Sauerkraut aus eigener Herstellung
Bild: Ibeler
Muskelkraft gefragt: Hildegard Freßmann-Sudhoff (links) und Marion Diekhans kneten den mit Salz versehenen Kohl, um ihn anschließend in Tontöpfe zu schichten.
Bild: Ibeler

Im alten Schafstall auf den Ewershof am Ewersweg ist es ziemlich eng. Michael Schwan vom Heimatverein ist vom großen Interesse begeistert und steht den „Kohlarbeitern“ mit Rat und Tat zur Seite. Eine halbe Tonne Kohlköpfe hat er besorgt. Nach zwei Stunden ist von dem Gemüseberg nur noch wenig vorhanden. An der ersten Arbeitsstation – ein großer Tisch mit Schneidebrett und scharfem Messer – wird der Kohl in Stücke zerteilt und der Strunk entfernt. Dann geht es zur zweiten Station, an der fünf Personen gleichzeitig arbeiten können. Dort werden die Kohlstücke gehobelt und in großen Zinkwannen aufgefangen.

Mit Salz versehen wird das Kraut geknetet und gestampft und anschließend in Tongefäße mit Wasserrand gefüllt. „Der Wasserrand verhindert, dass Sauerstoff vorzeitig zum Kohl gelangt“, erklärt Michael Schwan. Sechs bis acht Wochen müsse das eingeschichtete Gemüse gären. Erst dann hätten die Milchsäurebakterien den Kohl in Sauerkraut umgewandelt.

„Sauerkraut mit Leberkäse und Kartoffelbrei esse ich am liebsten“, erzählt Seraphine Doevi (17). Auch Kinder sind beim Sauerkrautmachen dabei. „Ich möchte die alte Haltbarkeitsmethode unbedingt kennenlernen“, sagt Schülerin Linda Böse (13), die mit ihrer Mutter Angela erstmals an dem Workshop teilnimmt.

Insgesamt zehn Zentner Kohl sind an diesem Nachmittag verarbeitet worden. Bei Kaffee, Kuchen und informativem Lesematerial kommen die Sauerkrautliebhaber nach getaner Arbeit schnell miteinander ins Gespräch. Zum Beispiel über die Gewürze, die man je nach Geschmack dem Kohl beimengen darf. „Damit muss man vorsichtig sein“, rät Annika Wolf vom Organisationsteam den Teilnehmern. Lorbeerblätter könnten das Kraut farblich verändern, wenn man es zu früh beigebe, betont sie.

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