Schützenfest ist „very interesting“
Bild: Steinecke
Kranzniederlegung in der Kirche: Matthias Cordfulland (links neben dem Altar) sowie Josef Vorbeck. Im Hintergrund sind die Throngesellschaft sowie die Aktiven des Musikvereins Verl zu sehen.
Bild: Steinecke

Am Wochenende stand der Verler Ortsteil ganz im Zeichen des Schützenfests der St.-Hubertus-Bruderschaft, die sich trotz des regnerischen Wetters die gute Stimmung nicht verderben ließ. „Das hier ist etwas völlig anderes. Etwas Vergleichbares gibt es bei uns nicht“, sagte Rick Hanser nach der Messe am Samstag. Die bildete traditionell den Auftakt zu den unterhaltsamen drei Tagen. Pfarrer Joachim Cruse hatte darauf aufmerksam gemacht, dass er während der fröhlichen Musikstücke in der Kirche beobachtet habe, dass die Beine sich im Takt bewegen würden, die Gesichter aber ernst blieben. „Jesus hat nicht verboten, sich zu freuen“, erinnerte er an den fröhlichen Charakter des Schützenfests. Gleichzeitig bot er der großen Schützenfamilie nach der Messe für die Zeremonie der Kranzniederlegung und für den großen Zapfenstreich ein Dach über dem Kopf. „Angesichts des drohenden Regens haben wir uns entschlossen, das in der Kirche zu veranstalten“, so Cruse. Damit blieben die sehenswerten Kleider der Frauen des Throngefolges von den Unbilden der Natur verschont. Und Dietmar Kay vom Musikverein Verl konnte seine Musiker mit Bravour führen. In seiner Ansprache erinnerte der erste Brudermeister Peter Kulik an die unnötigen Opfer von Krieg und Gewalt und machte darauf aufmerksam, dass die Gedenkfeiern der Bruderschaft stets international geprägt seien: „Es ist schade um jeden Menschen, der zum Opfer wird. Egel welcher Nationalität, egal ob schwarz oder weiß, egal welcher Religion er angehört oder ob er Atheist ist.“ Dabei bedeute jede gebaute Kanone und jede abgefeuerte Rakete letztlich einen Diebstahl an denjenigen, die hungern. Und nicht nur Geld allein würde durch Waffen verpulvert, sondern auch der Schweiß der Arbeiter, der Geist der Wissenschaftler und die Hoffnung der Kinder. Nach dem Marsch zum Schützenplatz wurde in der Schützenhalle gefeiert. Beste Stimmung herrschte, als „The Juniors“ schwungvoll aufspielten. Getanzt wurde bis in die frühen Morgenstunden. So eingestimmt, geriet der Umzug am Sonntag ebenso zum Selbstläufer wie das Vogelschießen der Jungschützen am Abend. Angesichts des perfekt organisierten Fests hatte sogar der Wettergott ein Einsehen und strich die Regenschauer aus dem Programm. Und mit der Kultband „Ramba Samba“ hatten die Kaunitzer am Sonntagabend einen Volltreffer gelandet.

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