Everswinkeler wegen Kinderpornos verurteilt
Ein 28 Jahre alter Mann aus Everswinkel muss sich wegen des Besitzes kinder- und jugendpornographischer Bilder verantworten.

 „Ich will mein Leben weiterführen, ohne jemals wieder vor Gericht zu sitzen.“ Deutlich spürbar hatte die Verhandlung gestern vor dem Warendorfer Amtsgericht beim Angeklagten Eindruck hinterlassen.

Der 28-jährige Mann aus Everswinkel musste sich wegen des Besitzes von 964 kinder- und jugendpornographischen Bildern  verantworten. Babys und jüngste Kinder seien auf einigen der digitalen Fotos abgebildet gewesen – in eindeutigen Posen und Szenerien. „Das sind sehr unschöne Dinge, die auf den Bildern zu sehen sind“, machte die Richterin in der Verhandlung deutlich.

Das wollte auch der Angeklagte, ein 28-jähriger Informationselektroniker, nicht bestreiten. Er habe sich ganze Websites mit pornographischem Material komplett heruntergeladen. Dabei habe er jedoch nicht explizit nach Kinderpornographie gesucht, erklärte er vor Gericht der Vorsitzenden. Erst später, als die Dateien auf seinem Computer gespeichert waren, habe er gesehen, was die Seiten teilweise beinhalteten. Doch Unwissenheit schützt nicht: Er bekannte deshalb auch: „Die Sachen habe ich nun einmal heruntergeladen.“

Nach dem Geständnis und der sichtlichen Reue des Angeklagten aus Everswinkel stand nur die Frage nach der Höhe der Strafe im Raum. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, die in ihrem Plädoyer deutlich machte, dass hinter jeder Bilddatei reales Leid für die dort abgebildeten Kinder stehe und Bilder wie diese nur existierten, weil es Menschen gebe, die sie aus dem Netz herunterladen und tauschen, forderte für den bis dato nicht vorbestraften jungen Mann eine Bewährungsstrafe von neun Monaten sowie eine Geldauflage in Höhe von 6000 Euro.

Der Verteidiger des 28-Jährigen, der eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten nebst Geldauflage für angemessen hielt, wies auch in seinem Plädoyer auf die beim Angeklagten deutlich zu spürende Wirkung der Hauptverhandlung hin. Das Gericht verurteilte den Everswinkeler schließlich zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten und einer Geldauflage von 3500 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig.

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