Kitty Hoff hält charmant den Spiegel vor
„Kitty Hoff und Band“ stellten am Samstagabend ihr neues Album „Plot Point 7“ auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Stromberg vor. Das Bild zeigt (v.l.) Mark Wenzel (Piano), Moe Jaksch (Kontrabass), Kitty Hoff (Gesang) und Florian Achatzky (Schlagzeug).

„Es gab einen Wendepunkt in meinem Leben, und ich habe mich von meiner Band getrennt“, sagt sie. „Heute Abend mache ich diese abstruse Trennung wieder rückgängig. Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir die Band herbei.“

So traten Mark Wenzel (Piano), Moe Jaksch (Kontrabass) und Florian Achatzky (Schlagzeug) auf die Bühne und unterstützten die Sängerin Kitty Hoff instrumental. Die gebürtige Westfälin lebt heute in Berlin und kam zum zweiten Mal auf das Kulturgut Haus Nottbeck.

Musikalisch ging es in die Bereiche Jazz und Bossa Nova, manchmal gab es Abstecher in den Blues oder leichten Rock. Die Gesangstexte kamen mit klaren und einfachen Reimen daher, jedenfalls beim ersten Hören. Wer die Worte auf sich wirken ließ, entdeckte schnell hintergründig-unterhaltsame Botschaften. „Der Flieder blüht im Mai und jedes Jahr rollt das Ei“, hieß es etwa und ließ erst an einen durchschnittlichen Schlager denken. Das Ei war allerdings ein stummer und neutraler Beobachter der Ereignisse, die sich im Jahresrhythmus wiederholen. So rollte das Ei an Klimawandel und Wirtschaftsrezession vorbei. Den alltäglichen Wahn in digitalen Medien illustrierte Kitty Hoff mit den Versen „Wählen ist schön zwischen Profilgesichtern und neuen Liebeslichtern“.

Immer wieder fühlte man sich als Zuhörer ertappt. Genüsslich spießte Kitty Hoff Beobachtungen aus dem Alltag auf und hielt den mehr als 100 Besuchern charmant-verschmitzt den Spiegel vor. „Jetzt oder nie, die letzte Frist ist gesetzt bis morgen früh“, sang sie. Während des Lieds wurde klar, wie kreativ die „letzte Frist“ immer wieder verlängert wurde.

Im Verlauf wurde Kitty Hoff philosophisch: „Wir schaffen ab den ganz großen Sinn. Wer will ihn suchen und wer findet hin?“ Am Ende verabschiedeten sich Sängerin und Band mit zwei Zugaben, etwa dem Leichtmatrosen, der Bäcker werden wollte. „Er liebte nicht das Meer, sondern das Mehl“. „Kitty Hoff und Band“ waren zum zweiten Mal auf Haus Nottbeck. Mit dem Konzert stellten sie ihr neues Album „Plot Point 7“ vor.

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