„Ohne ihn hätte ich das nicht geschafft“
Bild: Rakhmanko
Werbung für ehrenamtliche Vormundschaft: (v. l.) Kreisjugendamtsleiter Wolfgang Rüting, Younis Twaha Professor Dr. Sigrid Bathke vom Institut für Soziale Arbeit (Münster) und Vormund Helmut Wende beim Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf.
Bild: Rakhmanko

 Das Kreisjugendamt hat jetzt sein Konzept der ehrenamtlichen Vormundschaft beim Deutschen Jugendhilfetag vorgestellt. Younis Twaha erzählte dort seine Fluchtgeschichte, berichtete über seine Erfahrungen mit der Integration in Deutschland und vor allem über die für ihn sehr wichtige Unterstützung durch seinen Vormund. Younis, der in Afghanistan kaum zur Schule gehen konnte, möchte in Deutschland gerne den Hauptschulabschluss erwerben. Die Unterstützung von Helmut Wende und seiner Familie sei „ein großes Glück“, so der 16-Jährige. Sie setzen sich nicht nur dafür ein, dass er den schweren Weg bis zum Schulabschluss schafft und danach eine Lehre anfangen kann. Sie unterstützen ebenso seine Hobbys Tennis und Kricket. In den Vereinen trifft er auch außerhalb der Schule Gleichaltrige, die seine Interessen teilen. An Deutschland gefällt ihm, dass es keinen Krieg gibt – keine „Stressmacher“, wie er es in seinem Bericht ausdrückte. Seine Familie fehlt ihm sehr. Doch es hilft ihm, dass er mit Hilfe des Jugendamts eine zweite Familie gefunden hat, die ein offenes Ohr für seine Sorgen und Probleme hat. Auch für Helmut Wende ist der Kontakt zu Younis eine Bereicherung. Für ihn ist klar: „Ehrenamt lohnt sich“, sagte er und berichtete, warum er die Vormundschaft für Younis übernommen hat. Er sei sich sicher, dass ein Jugendlicher wie er ohne eine gute Begleitung kaum Chancen auf eine erfolgreiche schulische und berufliche Integration in Deutschland habe. „Ganz wichtig ist es für mich, dass ich als ehrenamtlich tätiger Vormund gut unterstützt werde. An erster Stelle durch das Jugendamt“, berichtete Wende. Auch wenn es nicht immer auf Anhieb die gewünschte Unterstützung bei allen Behörden gibt, freuen sich Helmut Wende und seine Frau, Younis helfen zu können. Übereinstimmung herrschte bei der Fachtagung darüber, dass ehrenamtlich geführte Vormundschaften jungen Menschen am ehesten gerecht werden. Bereits seit 2006 bemüht sich der Kreis darum, ehrenamtlich tätige Vormünder zu werben und zu schulen. Aktuell gibt es 77 ehrenamtliche Vormünder im Kreisjugendamtsbezirk.

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