Polizei leitet 61 Strafanzeigen ein
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Seit den frühen Morgenstunden am Dienstag ist die Polizei in den Notunterkünften in Ahlen im Einsatz. Dabei überprüft sie, ob die Anwesenden berechtigt sind, sich dort aufzuhalten.
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Bisher habe es keine Brennpunkte in den Notunterkünften im Kreis Warendorf gegeben, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke am Dienstagvormittag während einer Pressekonferenz. Doch mit Zuweisung von rund 230 Personen überwiegend marokkanischer Abstammung in den Notunterkünften an der Warendorfer Straße und an der Hammer Straße in Ahlen habe sich die Situation geändert. Die Polizei verzeichnete mehrfach Einsätze, die offenbar von dieser Personengruppe begangen wurde. Mit den Razzien wolle die Polizei Flagge zeigen, sagte Dr. Gericke am Dienstag.

Von den 230 Nordafrikanern trafen die Ordnungshüter in den beiden Unterkünften nur 144 an. Ungefähr die Hälfte davon besaß laut Christoph Ingenohl, Abteilungsleiter bei der Polizei in Warendorf, mehrere Ausweis-Dokumente. Das heißt: Diese hätten sich in mehreren Unterkünften registrieren lassen und hätten auch mehrfach Sozialleistungen wie Taschengeld kassiert.

Die Polizei leitete 61 Strafanzeigen ein wegen des Verdachts des Verstoßes gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen. Das heißt: Identität und Angaben in der Bescheinigung über die Meldung Asylsuchender stimmen nicht überein. Zudem wurden zwölf Strafverfahren wegen Diebstahl und anderer Delikte eingeleitet. Drei dieser Personen nahm das Ausländeramt zur Prüfung der Ausweisung vorläufig fest. Diese wurden nach der weiteren Überprüfung entlassen. 27 Personen befinden sich zurzeit noch im Gewahrsam der Polizei. Ungefähr 30 Personen wurden am Dienstag in andere Notunterkünfte des Landes verlegt.

Etwa 86 Personen wurden laut Polizei nicht angetroffen, obwohl sie der Notunterkunft zugewiesen waren.

Bei den Razzien in Ahlen wurden laut Polizei bisher keine Waffen gefunden, wohl aber Drogen.

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