Das belegen die aktuellen Zahlen zu den Sozialhilfeausgaben in Nordrhein-Westfalen, Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland. Die These, der Wohlstand komme allen zugute, ist demnach falsch. Die Ausgaben nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) für Sozialhilfe stieg im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent, im Kreis Warendorf sogar überproportional um 6,9 Prozent.
Wie der Landesbetrieb Information und Technik (IT) Nordrhein-Westfalen mitteilt, beliefen sich die Nettoausgaben in NRW auf 5,8 Milliarden Euro. Im Kreis Warendorf schlug die Sozialhilfe mit 21,9 Millionen Euro zu Buche. Für jeden Bürger wurden demnach kreisweit 79 Euro für Sozialleistungen aufgewendet. 2010 waren es 74 und 2009 nur 70 Euro. Für NRW rechnet IT 326 Euro pro Person für Sozialhilfeleistungen vor. Am deutlichsten stiegen absolut mit 9,3 Prozent die Nettoausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in 2011. 10,6 Millionen Euro wandten die Träger auf. Prozentual machte die Hilfe zum Lebensunterhalt den größten Sprung (24,9 Prozent), die sich auf 1,5 Mio. Euro summiert.
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Darüber hinaus entfielen 2,18 Millionen Euro auf die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (plus 1,7 Prozent). Um 4,5 Prozent hoben die Nettoausgaben für Hilfe zur Pflege an. 2011 wurden 6,2 gewährt, 2010 waren es 5,9 Millionen Euro. Zwei Positionen der Nettosozialausgaben weisen sinkende Zahlen aus. Die Hilfen zur Gesundheit verminderten sich von 1,3 auf 1,2 Millionen Euro. Das entspricht einer Entlastung von 6,2 Prozent. Um 15,8 Prozent sanken die Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten und Hilfe in anderen Lebenslagen aus 145 000 Euro.

