Tierschützer zeigen Betreiber von Maststall an
BIld: dpa
Bei einem Einbruch in einen Schweinemastbetrieb in Beckum haben Tierschützer belastendes Film- und Fotomaterial aufgenommen. Das wurde am Montag dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises zugeleitet, das den Betrieb sofort kontrollierte.
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Im August hatten Mitglieder der münsterschen Tierschutzorganisation „Tierretter.de“ das Material erstellt, um Missstände in der Tierhaltung zu dokumentieren und eine Tierschutzanzeige zu stellen. Diesen Vorwürfen ist das Veterinäramt nun nachgegangen.

„Das Material zeigt eine Reihe von Verletzungen unterschiedlichen Grades bei den Mastschweinen. Außerdem dokumentieren die Aufnahmen, dass mehrere Selbsttränken in den Ställen nicht funktionierten oder abgestellt waren. Ein Schwein wurde offensichtlich im Stallgang abgesondert“, heißt es in der Mitteilung des Kreises Warendorf.

Diese Bilder sowie das Filmmaterial ließen den Verdacht zu, dass es sich zumindest um Ordnungswidrigkeiten nach dem Tierschutzgesetz handelt. Deshalb hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises – wie bei Tierschutzanzeigen üblich – unverzüglich reagiert und noch am Dienstagvormittag eine anlassbezogene Kontrolle des Betriebs, in dem knapp 2000 Schweine gehalten werden, durchgeführt.

„Unabhängig davon, auf welche fragwürdige Art das Bildmaterial beschafft worden ist, müssen wir Hinweisen auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz nachgehen. Möglicherweise auch wegen der starken zeitlichen Verzögerung, mit der die Anzeige bei uns eingegangen ist, konnten wir die meisten Vorwürfe bei der Kontrolle vor Ort nicht mehr feststellen. Allerdings waren die Tränken teilweise nicht in Betrieb. Hinweise auf eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz haben wir jedoch nicht gefunden“, berichtet Dr. Andreas Witte, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Kreises.

Nach der Kontrolle und aufgrund der zugeleiteten Informationen wird gegen den Betrieb nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Der Betrieb war in den vergangenen sechs Jahren zweimal, zuletzt im November 2016, durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt kontrolliert worden. Dabei waren keine Verstöße gegen das Tierschutzrecht festgestellt worden.

Dass Tränken weder im August noch am Dienstag in Betrieb waren, zeuge von einem systematischen Wasserentzug für die Tiere, betonte Christian Adam von „Tierretter.de“. „Das führt zu erheblich höherem Leid für die Schweine“, so Adam. Die Tierschützer behalten sich vor, selbst Strafanzeige gegen den Maststallbetreiber zu stellen.

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