Unmut über Reform eint Jäger und Bauern
Kritik an der Umwelt- und Jagdpolitik äußerten (v. l.) Jan Bolle (Agrar-Referendar), Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Josef Roxel (Kreisjägerschaft), Helmut Eismann (Landwirtschaftskammer), Georg Graf von Spee (Waldbauern), Martin Sievers (Kreisjägerschaft), Dr. Matthias Quas (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Heinz Heselmann (Kreisjägerschaft) sowie Karl Werring (Kreislandwirt).

Dies wurde bei dem Meinungsaustausch im Grünen Zentrum in Warendorf deutlich. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Die Grünen) fordert von den Landwirten, dass jeder Betrieb künftig „Ökologische Vorrangflächen“ ausweist und plant unter anderem, das Jagdgesetz zu reformieren. Landwirte wie auch Jäger sehen hierin eine falsche Zielrichtung. Es gäbe viele Gründe, an der Jagd in der bewährten Form festzuhalten, erklärte der Kreisverbandsvorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Herman-Josef Schulze-Zumloh.

Freiwillige Maßnahmen nicht durch Gesetze behindern

Gemeinsam verwies man auf freiwillige Leistungen im Umweltbereich. Als Vertreter des Waldbauernverbands formulierte es Georg Graf von Spee so: „Politik möchte überall mitreden. Es kann aber nicht alles geregelt werden. In der Politik finden sich dafür nicht die Fachleute.“ Er verwies auf gute Erfolge, die auf Freiwilligkeit basierten. Den Menschen vor Ort dürfe nicht die Initiative genommen werden, etwas für den Naturschutz zu tun. Graf von Spee sah in den Ansinnen des Umweltministers eine mögliche Gefahr für die Wirtschaftlichkeit der Land- und Forstwirtschaftlichen Betriebe. Schon jetzt erbringe man enorme Leistungen im Umweltbereich. „Und zwar freiwillig“, erklärte Schulze-Zumloh. Freiwillige Maßnahmen von Grundstückseigentümern sollten nicht durch Gesetze behindert werden. Er sehe eine Gefahr, dass sie dann nicht mehr durchgeführt werden.

Keine Auflagen - mehr Naturschutz?

Der gleichen Meinung war der Beckumer Landwirt Josef Roxel. Selbst Jäger und Mitglied im Vorstand der Kreisjägerschaft, vermutete er: „Es würde viel mehr für den Naturschutz getan, wenn die Auflagen nicht wären.“ Bei der geplanten Reform des Jagdrechts hätte die Ideologie des Minister Remmel Vorrang, erklärte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Heinz Heselmann. Übereinstimmungen in einem Arbeitskreis, der sich aus Vertretern von Naturschutzverbänden und Jagdverbänden zusammensetzte, hätte der „beratungsresistente“ Minister, so Heselmann, nicht akzeptiert. „Der Arbeitskreis war nur ein Scheingefecht“, befand Heselmann. Die Jäger im Kreis bekennten sich zur Jagd. Sie sei Passion und Liebe zur Natur.

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