Wertstofftonne im zweiten Anlauf?
Mit Einführung des Wertstoffbehälters ist der gelbe Sacke endgültig etwas für die Tonne.

Der gelbe Sacke wäre dann Geschichte. Die ersten Bürger erörterten am Mittwoch in den Räumen der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG) unter anderem dieses Thema, nachdem der erste Versuch, diesen Entsorgungsbehälter kreisweit einzuführen, vor drei Jahren nach dem Veto der Stadt Oelde nicht weiter verfolgt worden war.

Ausnahme denkbar

„Jetzt haben sich die rechtlichen Voraussetzungen geändert“, erörterte Thomas Grundmann. Der AWG-Geschäftsführer, der die Bürgermeister über das Verfahren ins Bild gesetzt hatte, sagte, dass die Verpackungsverordnung auch Ausnahmen zuließe. Weil Ausschreibungen mit Entsorgern betroffen sind, wäre eine Entscheidung bis Ende März kommenden Jahres wünschenswerte, ergänzte Strothmann. Der gelbe Sack und die gelbe Tonne, die es im Kreisgebiet ausschließlich in Everswinkel gibt, unterscheiden sich von der Wertstofftonne, weil sie nicht ausschließlich mit Verpackungsmüll befüllt werden dürfen. „Stoffgleiche Nichtverpackungen“ wirft der Bürger ebenfalls in dieses Gefäß, sagte Grundmann. Hinter diesem Fachchinesisch verbergen sich Materialien wie Nägel, Alufolie, Blech- sowie Drahtreste und sogar alte Bratpfannen.

2 Euro pro Bürger und Jahr

Wurde 2014 unter anderem das Kostenargument bemüht, das die Einführung der Wertstofftonne verhinderte, sehen die Entscheidungsträger diese politische Debatte aktuell „ergebnisoffen“. Pro Bürger und Jahr – eine vierwöchige Abfuhr unterstellt – entstehen Gebühren von geschätzt zwei Euro. Diese Kalkulation ist deckungsgleich mit der vor drei Jahren. Bei einem Zweiwochenrhythmus geht die Rechnung jetzt in Richtung fünf Euro pro Einwohner und Jahr. Sicher ist, und das machte Thomas Grundmann klar, dass es keine Mischsysteme geben wird. Entweder stellen die Kommunalpolitiker die Weichen Richtung Wertstofftonne oder der gelbe Sack bleibt. Karl-Uwe Strothmann und seine Amtskollegen wollen im Zuge der Haushaltsberatungen die Einführung der Wertstofftonne erörtern und dabei Wünsche und Bedenken der Bürger berücksichtigen.

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