AfD-Politiker legt sich mit Polizei an
Bild: Rademacher
Zum stillen Protest mit Transparenten, Bannern und Schildern gegen die Alternative für Deutschland (AfD) hatten sich am Mittwochabend mehr als 100 Menschen auf dem Vorplatz des Ahlener Rathauses versammelt. Aufgerufen zur Demonstration hatte der Förderverein für Flüchtlinge.
Bild: Rademacher

„Besser die AfD entsorgen“ stand auf einem Banner in Anspielung auf ein Zitat Alexander Gaulands, das in den vergangenen Tagen große Empörung ausgelöst hatte. Der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Alexander Gauland hatte von einer Entsorgung der SPD-Vizevorsitzenden und Staatsministerin Aydan Özoguz gesprochen.

Die Demonstranten hatten sich am Abend zunächst am Stadthallen-Parkplatz aufgestellt, weil dort zunächst der Zugang für die AfD-Veranstaltung sein sollte. Als die Eingangskontrolle kurzerhand auf den Rathaus-Vorplatz verlegt wurde, zogen die Protestierenden dorthin um.

Dort kam es dann zu kurzen tumultartigen Szenen, weil der Kreis-Sprecher der AfD, Dr. Christian Blex, auf die Demonstranten zuging und sie auffordern wollte, weiter zurückzugehen. Die Gegendemo solle sich an Recht und Gesetz halten. Die Polizei, die mit rund 25 Kräften einer Hundertschaft aus Bochum angerückt war, solle die „Illegalen dahin treiben, wo sie hingehören“, empörte sich der AfD-Mann, der die Beamten wissen ließ, dass er Landtagsabgeordneter sei. „Ich gehe davon aus, dass Sie für Recht und Gesetz sorgen.“

Karl-Heinz Meiwes, der als Ordner eingesetzt war, forderte den sichtlich erregten Politiker auf, die Protestaktion nicht zu stören. Blex wollte sich jedoch nicht beruhigen und beschwerte sich bei den Polizeibeamten, der „Mob“ habe ihn wegschubsen wollen. Er sei von dem „Pöbel“ körperlich bedrängt worden. Dieses werde er nicht tolerieren. Er warf den Beamten vor, ihn nicht vor Übergriffen geschützt zu haben. Dies sei unmöglich.

Der leitende Beamte aus Bochum hielt dem AfD-Politiker vor, dass er sich in Aufgaben der Polizei eingemischt habe. Er habe nicht das Recht, Maßnahmen, für die die Polizei zuständig sei, einzuleiten, stellte der Beamte unmissverständlich klar. Angelika Knöpker, Vorsitzende des Fördervereins für Flüchtlinge und Initiatorin des stillen Protestes, lobte am Schluss der Aktion die Polizei dafür, dass man so gut beschützt worden sei.

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