Psychiatrie. Unbefristet. Das Schwurgericht Münster will im Fall des 46-jährigen Tischlers, der im Dezember einen verheerenden Brandanschlag auf die Hauptstelle der Volksbank Ahlen-Sassenberg-Warendorf verübt hat, nichts dem Zufall überlassen.
Der Brandstifter bleibt nach dem gestrigen Urteil also weiterhin unter Aufsicht der Ärzte. Ob er überhaupt jemals als geheilt und damit ungefährlich eingestuft werden kann, ist offen. Das Problem ist: Der Mann hält sich selbst für völlig gesund. „Ich bin nicht krank“, sagte er gestern immer wieder.
Mit dem Brandanschlag auf die Volksbank hat der Langzeitarbeitslose, der sich von der Gesellschaft schlecht behandelt fühlt, auf seine Situation aufmerksam machen wollen. Mehr als 500 Protestschreiben seien unbeantwortet geblieben, sagte er. Weder Caritas, noch die Deutsche Bischofskonferenz oder das Bundessozialgericht hätten sich gemeldet. Auch nicht die Volksbank. Und ja, in seinen Augen habe er ein Recht darauf gehabt, so zu handeln.
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Am Nachmittag des 29. Dezember war der 46-Jährige im Vorraum der Bank aufgetaucht, hatte mehrere mit Benzin gefüllte Flaschen auf den Teppich im Schalterbereich geworfen und die Brandsätze angezündet. Sekunden später stand die ganze Filiale in Flammen. Es gleicht einem Wunder, dass sich alle zwölf anwesenden Personen rechtzeitig ins Freie retten konnten. Zwei Frauen erlitten Rauchgasvergiftungen.
Die dramatischen Folgen hatte der 46-Jährige angeblich nicht beabsichtigt. „Er musste aber damit rechnen, denn ihm musste klar sein, dass er das Feuer niemals beherrschen konnte“, sagte Staatsanwalt Stefan Lechtape in seinem Plädoyer. Eine Psychiaterin bezeichnete den Mann als schwer gestört. Die Filiale brannte damals völlig aus. Die Volksbank beziffert den Sachschaden auf mindestens 2,5 Millionen Euro.

