„Diskussion um Obergrenze populistisch“
Bild: Knöpker
Im Gespräch mit VHS-Leiter Rudolf Blauth stellte Ann-Kathrin Eckardt ihr ehrenamtliches Engagement als Patin für zwei Flüchtlingsfamilien aus dem Irak vor. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Buch „Flucht und Segen – Die ehrliche Bilanz meiner Flüchtlingshilfe“ veröffentlicht.
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Die Buchautorin aus München las und diskutierte in der vollbesetzten Mayerschen Buchhandlung Sommer aus ihrem preisgekrönten Werk.Im Gespräch mit VHS-Leiter Rudolf Blauth schilderte die Journalistin ihren beruflichen Werdegang, der sie über die Abendzeitung bis in die Redaktion der Süddeutschen Zeitung geführt hat. Die Mutter von zwei Kindern ist mit Flüchtlingen in Berührung gekommen, als sie für einen Pressebericht eine Familie von Mailand aus mit dem Zug nach München begleitete und dort die Willkommenskultur am Bahnhof hautnah erlebte. Seitdem betreut sie zwei Paare mit ihren Kindern aus dem Irak.

„In den ersten Monaten als Flüchtlingshelfer macht man einen ziemlich guten Deal. Man gibt: ein bisschen Zeit, ein wenig Geld, ausrangierte Klamotten. Man bekommt: Dankbarkeit, einen erweiterten Horizont und endlich wieder Platz im Kleiderschrank“, sagte sie. „Doch das bleibt nicht so.“ Irgendwann komme bei fast allen Flüchtlingen und Helfern der Frust, weil alles viel zu langsam gehe, schilderte sie ihre Erfahrungen. „Weil die Bürokratie Zeit und Nerven frisst, Erwartungen von beiden Seiten oft nicht erfüllt werden und die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln die Euphorie deutlich gebremst haben, gestaltet sich die Arbeit nicht immer einfach“, sagte sie.

Ihr Fazit: Integration ist trotz einiger Etappensiege für die Helfer kein Sprint, sondern ein Ultra-Marathon mit dem kurzzeitigen Wunsch, einfach mal stehen zu bleiben. Das machte die Buchautorin anhand ihrer Paten-Familien Nadja und Hazal deutlich, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

 In der anschließenden lebhaften Diskussion wurde eines deutlich: Auch in Ahlen gibt es viele Familien wie die von Nadja und Hazal, viele Paten, die helfen, sie im Alltag und bei Behörden zu unterstützen. Es sind die selben Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert werden, die viel Zeit, Einsatz und Engagement kosten, aber auch Beharrlichkeit. Letztlich bleibe aber der große Wert für die Flüchtlinge: „ Ich bin für Dich da.“

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