Gutes Wetter vermiest Stadthallenbilanz
Deutlich weniger Gäste als in den Jahren zuvor haben 2015 Veranstaltungen der Stadthalle besucht. Andreas Bockholt, Geschäftsführer der Stadthalle Ahlen GmbH, berichtete am Donnerstagabend im Schul- und Kulturausschuss von 47000 Besuchern bei 189 Veranstaltungen. 2014 waren es noch gut 52000 Gäste.

Im Schul- und Kulturausschuss sprach Bockholt am Donnerstagabend angesichts von 550 Kommunen mit vergleichbaren Veranstaltungsorten von einem hart umkämpften Markt. „Viele Hallenbetreiber holen die Leute mit Dumpingpreisen ins Haus“, erläuterte er. Dies erschwere die Verhandlungen mit den Agenturen. Ahlen bewege sich auf einem mittleren Preisniveau, befinde sich aber durch die guten Kontakte zu den Anbietern in einer vorteilhaften Position.

„Die Kunden bekommen bei uns alles aus einer Hand“, beschrieb Bockholt die Vorteile der Stadthalle Ahlen GmbH als Volldienstleister. Das Raumkonzept mit dem großen und kleinen Saal sowie der Empore lasse flexibel auf den Verkauf von Karten reagieren. Bei einer bestuhlten Veranstaltung gebe es im großen Saal 833 Sitzplätze, während bei Partys 1500 Besucher erlaubt seien. Publikumsmagnete seien Comedy-Stars. „Wer im TV präsent ist, verkauft sich auch bei uns gut“, sagte Bockholt.

Die Bilanz für 2015 getrübt hätten gutes Wetter zur Karnevalszeit („das hat uns mindestens 2000 Besucher gekostet“) und diverse Absagen. Spitzenreiter in der Stadthalle im Vorjahr waren Tagungen (73), gefolgt von Festen und Kulturveranstaltungen (jeweils 43). Die meisten Besucher zählt die Stadthalle in der Regel im ersten Quartal – Karneval sei Dank. Kaum zu vermarkten sei die Ferienzeit, da viele Ahlener im Urlaub weilten.

„Unser Jahresziel ist es, jeden Ahlener bei uns mindestens einmal zu begrüßen“, führte Bockholt weiter aus. Er sei zuversichtlich, dass schlechtes Wetter zur Karnevalszeit ihm ein volles Haus beschere. Auch die kommende Fußball-Europameisterschaft könne den Besucherschnitt heben.

Eine Absage erteilte der Stadthallenchef der Anfrage von Alfred Thiemann (BMA) nach einer Wiedereinführung der Silvesterfeier. Vor etwa 15 Jahren gab es letztmals den Silvesterball in der Stadthalle, der wegen geringer Resonanz eingestellt wurde. „Heute ist das Klientel nicht mehr existent“, sagte Bockholt. Zudem gebe es viele Parallelveranstaltungen, etwa das Zelt auf dem Marktplatz, die das finanzielle Risiko steigerten.

Die Pläne für den Rathausumbau betreffen auch die Stadthalle. Bockholt bekundete Interesse an der Nutzung der Sitzungssäle für Tagungen, da die Stadthalle selbst nur über einen Raum verfüge. Aufsichtsratsvorsitzende Gabi Duhme (SPD) betonte, dass der operative Bereich der Stadthalle besser dastehe als noch vor Jahren. Dennoch müsse nach Synergieeffekten gesucht werden.

Diesen Ball griff Petra Pähler-Paul (Bündnis 90 / Die Grünen) auf: Sie erkundigte sich nach der Möglichkeit einer Verschmelzung der Stadthalle Ahlen GmbH mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und der Projektgesellschaft Westfalen. So könne das Stadtmarketing der WFG auch von der Stadthallen GmbH betrieben.

Bockholt erwiderte, dass räumliche Synergien beschränkt seien. Die WFG-Veranstaltungen fänden überwiegend unter freiem Himmel statt, während die Projektgesellschaft Westfalen an die Lohnhalle gebunden sei. Eine zentrale Kulturverwaltung wiederum habe den Vorteil, dass Terminüberschneidungen verhindert werden könnten. Die Ausschussmitglieder waren sich einig, das Thema in anderen Gremien auf die Tagesordnung zu setzen.

Mehr im „AT“ vom 23. Januar.

SOCIAL BOOKMARKS