Kein Söldereinsatz in Somalia
Am Donnerstag hat am Amtsgericht Münster der dritte Prozesstag gegen den ehemaligen Geschäftsführer der „Asgaard Security Group“ und einen früheren Mitgesellschafter stattgefunden.

Der eine stammt aus Telgte und lebt heute in Münster, der andere ist gebürtiger Hammer und wohnt jetzt in Dolberg. Am Donnerstag sagten zwei Beamte des Zollfahndungsamtes Essen als Zeugen aus, die die Ermittlungen gegen Asgaard im Jahr 2010 geführt hatten. Sie hatten Telefone der Firma überwacht, Observationen geleitet und schließlich auch eine Durchsuchung von Geschäftsräumen ausgeführt.

Die Beamten bestätigten den Vertragsabschluss der Firma Asgaard mit einem somalischen Clanchef, der Präsident seines Landes werden wollte. Deshalb bestand der Verdacht des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das damalige Somalia-Embargo. Anfangs, so die Zollfahnder, sei man bei Asgaard wohl noch davon ausgegangen, dass der Vertragspartner als Präsident anerkannt werde. Doch der Glaube daran sei mehr und mehr geschrumpft. Und weil die Telgter Firma selbst über keinerlei finanzielle Mittel verfügt habe, habe sie auch nichts weiter in Somalia unternommen.

Bleibt also nur die Unterschrift der beiden angeklagten ehemaligen Bundeswehr-Feldwebel unter einen im Oktober 2009 geschlossenen Vertrag, der nie umgesetzt wurde. Für die Staatsanwaltschaft reicht das zumindest für den Vorwurf eines fahrlässigen Gesetzesverstoßes. Die Verteidiger ziehen selbst das in Zweifel, weil ihre Mandanten den Vertrag nur als vorbereitendes Schriftstück für weitere Überprüfungen verstanden hätten. Außerdem hätten sie immer im Einklang mit den deutschen Behörden handeln wollen. Sollte von der Anklage jetzt statt Vorsatz nur Fahrlässigkeit übrig bleiben, dann wäre das nach aktueller Rechtslage bloß noch eine Ordnungswidrigkeit. Und die wäre möglicherweise bereits verjährt.

Am Dienstag, 10. Oktober, sollen die Plädoyers gehalten und wohl auch das Urteil verkündet werden.

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