Lob für Arbeit des Familienzentrums
Bild: Voss-Loermann
Der Integrationsrat der Stadt Ahlen hat sich am Montag über das Familienzentrum St. Ludgeri informiert.
Bild: Voss-Loermann

Marita Hartleif präsentierte das Zentrum als eine Einrichtung aus dem Jahre 1958, die von Beginn an Familien mit Zuwanderungsgeschichte betreut habe. In einem Stadtteil, der sich aus einer Bergarbeitersiedlung heraus entwickelt habe, sei stets der Anteil vor allem türkischstämmiger Kinder groß gewesen. Auch einen Bedarf an Beratung und Unterstützung habe es ebenso wie die Integration von behinderten Kindern immer gegeben.

70 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren werden von elf Betreuerinnen versorgt, drei von ihnen arbeiten in Voll-, die übrigen in Teilzeit. Familienzentren, so Hartleif, böten ein breites Angebot in Fragen der Bildung, Erziehung und Betreuung nicht nur der Kinder, sondern auch der Mütter, an deren Sprachkompetenz von Beginn an immer wieder gearbeitet worden sei. So trage die Einrichtung ein alle vier Jahre wieder überprüfbares Gütesiegel.

Die ersten Sprachfördermaßnahmen für nichtdeutsche Kinder hätten bereits 2002 in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilforum Süd-Ost begonnen. Da besonders den Müttern Sprachkompetenzen gefehlt hätten und viele Analphabetinnen unter ihnen gewesen seien, habe man sich auch ihnen fördernd zugewandt. Wegen des großen Interesses sei daraus in Zusammenarbeit mit Parisozial ein Eltern-Kompetenz-Treff geworden, in dem alltägliche Fähigkeiten wie der Kauf einer Fahrkarte oder das Verstehen des Mietvertrages geübt worden seien. Kurze Zeit später sei man mit den Rucksack-Projekten gestartet. Leider spalte die politische Situation in der Türkei die Elternschaft, bedauerte Hartleif. Heute habe jeden Morgen von 7.30 bis 9 Uhr in der Eingangshalle das Elterncafé geöffnet, ein beliebter Treffpunkt, wo Gespräche und Beratung angeboten würden.

Zahlreiche Beispiele der interkulturellen Arbeit des katholischen Zentrums mit Respekt vor anderen Religionen sorgten dafür, dass der Vorsitzende Ilkay Danismaz, die Mitglieder Hanife Güneri, Matthias Harman und andere sich bei Hartleif ausdrücklich für die Vorstellung und die geleistete Arbeit bedankten.

Mehr aus der Sitzung des Integrationsrates im „AT“ vom 13. September.

SOCIAL BOOKMARKS