Oh Schreck, das Mammut ist weg
Bild: Lange
Das Dach der Bäckerei Haake an der Beckumer Straße in Ahlen zierte dieses Mammut-Exemplar etwa vier Jahre. Seit Mittwoch hat die Skulptur ein neues Zuhause gefunden.
Bild: Lange

 Eigentlich war das Mammut ein Herdentier. Für Ahlen gilt das nicht: An vielen Punkten der Wersestadt verstreut, treten die Plastiken der ausgestorbenen Elefantenart dort seit 2013 in Erscheinung. Stutzig ist nun die Facebook-Gemeinde im Internet geworden: Das Exemplar, das bislang das Dach der Traditionsbäckerei Haake an der Beckumer Straße geziert hat, ist seit Mittwoch verschwunden.

Allerdings nicht spur- und grundlos, wie Annegret Haake auf „AT“-Anfrage mitteilt. „Im Zuge von Bauarbeiten auf dem Balkon musste das Mammut weichen“, sagt die Frau von Bäckereimeister und Inhaber Michael Haake. Der Abschied von der Skulptur ist den Haakes nicht leicht gefallen. „Es gehörte schon hier hin“, sagt Annegret Haake. Der Abbau des Mammuts reiht sich ein ins Abschiedsjahr: Nach mehr als 70 Jahren schließt die Bäckerei Haake Ende August dieses Jahres (das „AT“ berichtete).

Für den Anstrich der Skulptur – stilecht in Bäckerkleidung – zeichnete die Ahlener Künstlerin Sandra Weißenborn verantwortlich. Denn geliefert werden die Mammuts, die aus Glasfaserkunststoff bestehen, im blanken Weiß. Unternehmen und Privatleute schmücken sich mit den putzigen Tierchen.

Skulpturen gibt es in zwei Ausführungen

Vor vier Jahren hatte der Ahlener Knut Schneider die Aktion initiiert. Denn seit dem Fund von Teilen eines Skeletts der ausgestorbenen Tierart Anfang des 20. Jahrhunderts in einer Tongrube der Stanz- und Emaillierwerke Seiler gehört das Mammut zur Stadt Ahlen wie der Aal im Wappen. Die Skulpturen gibt es in zwei Größen: Die kleine Ausführung hat ein Stockmaß von 80 Zentimetern, während das große Steinzeittier 1,80 Meter misst.

Doch wo ist nun das Mammut geblieben, das die Besucher der Bäckerei Haake an der Beckumer Straße etwa vier Jahre aus luftiger Höhe begrüßt hat? Auf diese Frage weiß Ludger Brehe, Geschäftsführer der Bauunternehmung Heinrich Brehe GmbH in Dolberg, die Antwort. „Das Mammut hat in der Nähe der Lambertikirche einen neuen Platz gefunden“, sagt er. Einen Namen für den Neu-Dolberger habe er noch nicht. Unklar ist zudem, ob die Skulptur ihre Bäckerkleidung behält. Aber eins steht laut Brehe fest: „Wir Dolberger wollen auch mal Zähne zeigen.“

SOCIAL BOOKMARKS