Patentrezepte für eine glückliche Ehe
Bild: Knöpker
Nach dem Auftritt im Stadthallen-Saal erfüllte Bernd Stelter die Autogrammwünsche der Besucher.
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Die definiert er so: „Vor der Hochzeit redet er, sie hört zu, nach der Hochzeit redet sie, er hört zu und nach 25 Jahren reden beide und die Nachbarn hören zu.“ Dabei ist Stelter ein gestandener Mann mit 26-jähriger Eheerfahrung. „Meine Frau wohnt gerne, bleibt lieber zu Hause. Und ich ziehe mit Freunden um die Pöste, das passt.“ Humorvoll plaudert er aus dem Nähkästchen. „Wer die Sorgen anderer teilt, wird ein glücklicher Mensch“, sagt er und hat gleich das Patentrezept für viele glückliche Jahre: „Man muss sich nicht verstehen, nur gut miteinander auskommen.“ Dabei liegen die Verführungen auf der Straße oder in den Medien.

Mit einem satirischen Blick beleuchtet er die Partnerschaftsbörsen und wundert sich: „Die Blondine, die Werbung macht, sieht doch gut aus, hat aber beim Paarshippen noch keinen abbekommen.“ „Eine Frau sieht weiß“ betitelt er die Sendungen, in denen es um die richtige Wahl des Brautkleides und Hochzeiten geht, die Dimensionen erreicht, die früher nicht denkbar waren. Dass Mann und Frau laut Loriot nicht zueinander passen, bestätigt er. Beispiel gefällig? Seine Grippe zwingt ihn sterbenskrank auf die Couch. Hat sie Halsschmerzen, geht sie in die Stadt, kauft Schuhe und Handtasche.

Einzigartig und urkomisch hält er als Trauzeuge Wolfgang Hütchen eine Rede zur Silberhochzeit, durchforstet Literatur, Film und Funk auf die Bedeutung von Liebe und rezitiert zur großen Freude des Publikums Erich Kästners „Sachliche Romanze“. Gesellschaftliche Veränderungen nimmt er mit einer Prise Ironie aufs Korn: „Früher hatten die Familien fünf Kinder, sie schliefen in einem Zimmer, in den 1970-er Jahren hatten die Familien zwei Kinder, jedes hatte ein eigenes Zimmer, die Familien heute haben wieder fünf Kinder, aber jedes hat seinen eigenen Vater.“ Der Trend, so lässt er wissen, geht zur Zweit- und Dritt-Ehe.

Immer wieder greift Stelter zur Gitarre oder zum Keyboard, um auch musikalisch sein Talent unter Beweis zu stellen. Melancholisch wird er, wenn er seinen Eltern in einem Lied als große Vorbilder für eine glückliche Ehe dankt. Aber er verlässt die Bühne nicht, ohne das begeisterte Publikum gut gelaunt zu entlassen. „Ich hab‘ drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“, singen alle den Refrain voller Inbrunst mit und danken ihm mit einem nicht enden wollenden Beifall für beste Unterhaltung mit Niveau.

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