Rauschgift-Bedarf durch Diebesgut finanziert
Zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sieben Monaten ohne Bewährung wegen Einbruchdiebstahls ist ein 37-jähriger Georgier  vom Amtsgericht Ahlen verurteilt worden. 

Am 2. Juni 2016 war er mit einem Landsmann in ein Haus im Elsken in Ahlen eingebrochen, hatte dort alles durchwühlt und war dann geflüchtet. Die Beute: Schmuck, Uhren, Tablet, Laptop, Kamera und Bargeld im Gesamtwert von 4700 Euro. Hinzu kam der Schaden an einer zertrümmerten Terrassentür. Dies war die sechste aktenkundige Straftat des Angeklagten in Deutschland.

Doch trotz Bewährungsverstoßes brachte ihn erst die siebte Tat erstmals hinter Gitter. Denn ein gutes Jahr nach dem Einbruch in Ahlen stieg er erneut in ein Haus ein. Diesmal im westfälischen Halle. Darüber wird das Amtsgericht Bielefeld verhandeln. Zu allen Taten legte der Mann, der seit vielen Jahren mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Bielefeld lebt, Geständnisse ab. Als Grund nannte er seine Heroinsucht.

So auch am 2. Juni des vergangenen Jahres. Vorher sei er bereits nach Hamm gekommen, weil das Heroin dort von viel besserer Qualität sei als in Bielefeld. Dort habe er einen ebenfalls drogensüchtigen georgischen Landsmann kennengelernt, der sich in der Umgebung auskannte. Als sie Geld für neues Rauschgift brauchten, seien sie in den frühen Morgenstunden nach Ahlen gefahren und kurz nach 7 Uhr zufällig in das Haus im Elsken eingebrochen.

Die Beute hätten sie dann in Hamm in neues Heroin umgesetzt. Seinen Hammer Komplizen beschrieb der Angeklagte, nannte auch dessen Namen, vermutete aber, dass er mittlerweile in Georgien sei. Diese Aussage samt Geständnis wertete der Staatsanwalt als strafmildernd für den Angeklagten, die Vorstrafen und das doppelte Bewährungsversagen dagegen als erschwerend. Er forderte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

Der Verteidiger hielt zehn Monate für angemessen. Das Rauschgift habe seinen Mandanten zu den Taten getrieben. Er wolle nun eine Therapie machen. Das Gericht folgte am Ende weitgehend dem Antrag des Staatsanwalts und verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Eine Bewährung sei nicht mehr möglich.

In der Urteilsbegründung verwies die Vorsitzende Richterin auf die Folgen des Einbruchs für die Opfer. Diese hatte der Familienvater zuvor geschildert. Vor allem sein Sohn fühle sich nicht mehr sicher. Und seine Tochter hätte zum Tatzeitpunkt auch noch zu Hause sein können: „Dann wäre die Sache wohl schlimmer ausgegangen.“

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