Sensation wichtiger als Herzlichkeit
Bild: Miketta
In Runde drei von „Germany’s Next Topmodel“ war für die Ahlenerin Sophie Schweer Schluss. Traurig ist die 20-jährige Studentin deswegen nicht.
Bild: Miketta

Am Donnerstagabend wurde die Episode ausgestrahlt, die das Aus für die 20-Jährige bedeutete. Bei ihrer letzten und zugleich wichtigsten Präsentation in Unterwäsche, Umhang und hochhackigen Schuhen in der Wüste in Los Angeles knickte Sophie Schweer auf dem steinigen Untergrund um, stürzte und blieb weinend auf dem Boden liegen.

Die Jurymitglieder Heidi Klum, Thomas Hayo und Michael Michalsky eilten zu der jungen Frau und halfen ihr auf die Füße. Auch die anderen Kandidatinnen waren sichtlich erschüttert und kümmerten sich um die Ahlenerin, die sich eine Schürfwunde am Knie zuzog. Die Jury gab Sophie Schweer und ihrer Konkurrentin – die Modelanwärterinnen mussten paarweise über den geröllhaltigen Wüstenboden stöckeln – eine weitere Chance. Beim zweiten Versuch waren beide Frauen verunsichert. Am Ende des Tages hatte die Jury kein Foto für Sophie Schweer: Sie musste die Heimreise antreten.

„Es ist passiert, und ich kann nichts mehr daran ändern“, sagt Sophie Schweer. Für die Boulevardpresse, die ihren Sturz im Internet mit viel Spott und Häme ausschlachte, habe sie kein Verständnis. „Diese Videos machen im Internet die Runde, es gibt viele fiese Kommentare. Diese Darstellung ist sehr fragwürdig.“ Zudem zweifelt sie den Sinn der Präsentation an, die für sie das Aus bedeutete. „Es war eine Zumutung, all die Mädchen in dieser Aufmachung durch die Wüste laufen zu lassen. Die Topmodels der Branche präsentieren sich auf Catwalks und laufen nicht über Stock und Stein. Aber die Suche nach der Sensation, die die Show aufwertet, ist offenbar wichtiger.“

Der Ausflug in das Rampenlicht habe dennoch etwas Gutes: „Es kommen viele Anfragen für Fotoshootings“, sagt Sophie Schweer. Diese könne sie in Ruhe und ohne den Druck der Öffentlichkeit angehen.

Auch wenn sich gerade nach der Sendung am Donnerstag die Interviewanfragen häuften, habe sie keine Zweifel, zurück in den Alltag zu finden. Und der heißt unter anderem Lehramtsstudium in Paderborn.

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