Stolpersteine gegen das Vergessen verlegt
Bild: Wille
Dirk Schumacher von den Umweltbetrieben versetzte in Vertretung für Künstler Gunter Demnig die Stolpersteine. Sie wurden Am Handkamp 4 und an der Karlstraße 7 in den Boden gelassen.
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„Wir können die Opfer des Holocaust nicht mehr zurückholen, aber wir können sie dem Vergessen entreißen“, betont Bürgermeister Benedikt Ruhmöller. Zahlreiche Menschen finden sich an diesem Tag dort ein. Auch die Schülervertretung des Berufskollegs St. Michael, eine siebte Klasse des Städtische Gymnasiums und die evangelische Religionsklasse der Stufe 6 der Overbergschule wollen diesem bewegenden Moment beiwohnen. „Wir müssen uns bewusst machen, dass die Naziverbrechen auch in Ahlen stattgefunden haben“, erklärt Ruhmöller.

„Toll, dass die Stadt Ahlen bei so etwas mitmacht“

Manfred Kehr, der das Projekt in Ahlen betreut, erklärt, dass Erna die Ehefrau von Julius Baumgarten gewesen sein könne. Stolpersteine für Julius und seinen Bruder Hermann sowie für deren Mutter Rosalie befinden sich bereits vor dem Wohnhaus an der Karlstraße. Dirk Schumacher von den Umweltbetrieben soll in Vertretung für Künstler Gunter Demnig die Steine verlegen. Er hebelt die Pflastersteine aus und setzt den goldfarbenen Stolperstein zum Gedenken an Erna Baumgarten ein. Die Schüler versammeln sich um ihn und sehen gespannt zu. „Toll, dass die Stadt Ahlen bei so etwas mitmacht“, sagt ein Schüler.

In Gottesdienst-Kollekte Spenden gesammelt

Schumacher poliert den Stein mit einem Tuch. Jetzt ist er ein Blickfang zwischen den grauen Pflastersteinen. „Man stolpert darüber und wird auf die Verbrechen aufmerksam gemacht“, sagt Ruhmöller abschließend und ruft zu einer Schweigeminute auf. Der Stolperstein 83 soll nicht der letzte sein. Am Handkamp 4 werden die Stolpersteine 84 und 85 zum Gedenken an Leon Wolf Obarzanzski und Chana Obarzanski verlegt. Das Berufskolleg St. Michael hat ihn finanziert. Mit einer Kollekte im Gottesdienst zum Thema Auschwitz hatten sie Spenden gesammelt. Die beiden polnischen Staatsbürger haben in Ahlen gelebt und sind der sogenannten Polenaktion im Oktober 1938 zum Opfer gefallen. Damals wurden 18 000 Ostjuden über Nacht aus dem Dritten Reich ausgewiesen. Ob und wie viele Stolpersteine es in Zukunft noch geben werde, sei ungewiss. Doch eines stünde fest, so Kehr: „In anderen Städten gleicher Größe gibt es nicht ansatzweise so viele Stolpersteine wie hier in Ahlen.“

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  Gerd-Frederic Lummerzheim, Ennigerloh 13.03.2013 16:52:38
Was sollte "Stolpersteine" bewirken, wenn man bekannten Dichterinnen das unterlassene Nachdenken nicht vorwerfen will? Agnes Miegel hat versagt, sie ist keines Stassennamen würdig! Es haben andere um ihr Leben bangen müssen, die versuchten zu helfen, als solche mitspielten und nachher lieber mit ihrem Gotte sich entschuldigten. Wo hatten sie IHN zuvor versteckt?
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