Tönnis rockt und das Dorf steht Kopf
Vorhang auf: Nach der Ahlener Gruppe Smoke eroberte sich die Hammer Band Alex Fischer am frühen Abend mit deutschem Rock-Pop die Herzen der Festivalbesucher in Tönnishäuschen.

Das Organisationsteam aus Sonja Mense, Finn Gerullis, Frank Sporbeck und Andreas Scheffer hatte wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen bei der Auswahl der musikalischen Akteure. Von 35 Bewerbern hatten es sieben auf die Bühne im Dorf geschafft – und für das kommende Festival 2018 liegen die ersten Bewerbungen schon vor.

Dass die Veranstaltung beinahe ein Selbstläufer ist, liege an der Mund-zu-Mund-Propaganda der teilnehmenden Musiker, meint Andreas Scheffer. Sie schätzen das familiäre Ambiente in Tönnis und das mitgehende Publikum jeden Alters. So war das auch am Samstag, als der Lokalmatador Smoke mit Sänger Axel Ronig an der Front die Musik der 1960er-Jahre nach Tönnis brachte und mit Songs von den Lords, Equals oder Dave Dee auf das Musikereignis einstimmte. Da hatte der Hammer Axel Fischer mit seiner Band anschließend leichtes Spiel, als er mit deutschem Rock-Pop antrat und das zunehmende Publikum so allmählich in Schwingung versetzte.

Allseits zufriedene Gesichter: Wenn „Tönnis rockt“, dann gehen auf die Fan-Artikel weg wie geschnitten Brot.
Maria Nicolaidis legte dann noch einen drauf: „So, nun stellt die Stühle an die Seite, jetzt geht es richtig ab!“ Sie hatte in erster Linie mit deutschen Texten zu Rhythm-and-Blues-Musik das jüngere Publikum im Griff. Zu den Überraschungsgästen zählten allerdings das Duo Tulegur aus der Mongolei sowie die Band Mabang aus Südchina. Beide Formationen begeisterten mit traditionellen Melodien aus ihrer Heimat, angereichert mit modernen Rock-, Reggae- und Skaelementen sowie auch elektronischer Musik. Tulegur-Sänger Gangzi überzeugte zudem mit exzellentem Kehlkopfgesang. Für viele Festivalbesucher war der Auftritt der beiden Gruppen der Höhepunkt des Tönnis-rockt’-Festivals.

The Heavy Hitters Acoustic Project und ganz zum Schluss DeCode rundeten das Programm mit unterschiedlichen Stilrichtungen ab. Während die deutsch-australische Formation mit druckvollem, für Akustikinstrumente umarrangiertem Blues- und Jazzrock ihre Fans vor die Bühne lockte, hatten Phil und Jascha als DeCode/Kleines Besteck mit gut 30-minütiger Verspätung den Schlussauftritt. Mit Gitarre und Cajon ausgerüstet, stellten sie sich ganz auf das Publikum ein und coverten bekannte Künstler auf ihre eigene Weise. Das Festival dauerte bis in die frühen Sonntagmorgenstunden.

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