„Wohlstandsallee“ auf dem Westfriedhof erkundet
Bild: Fechner
Auch die Grabstätten von Ahlener Pastoren und Ehrenbürgern rings um das Rondell auf dem Ahlener Westfriedhof waren am Allerheiligentag Ziel einer Besichtigung mit dem ehrenamtlichen Denkmalschutzbeauftragten Bernd Schulze Beerhorst (l.).
Bild: Fechner

Der ehrenamtliche Beauftragte für Denkmalschutz, Bernd Schulze Beerhorst, hatte zu einer Führung eingeladen. Bereits am 10. September, dem Tag des offenen Denkmals, hatte der erste Friedhofsspaziergang von Bernd Schulze Beerhorst über den denkmalgeschützten Bereich eine große Resonanz gefunden (das „AT“ berichtete). Die zahlreichen Nachfragen nach einer weiteren Führung bescherten Bernd Schulz Beerhorst am Nachmittag des Allerheiligentags rund 120 Personen, die an der Geschichte des Friedhofs und seiner ältesten Grabmale interessiert waren.

An der monumentalen Grabstätte des 1885 angelegten Westfriedhofs, dem „Mausoleum der Großindustriellenfamilie Kerkmann“, wie Bernd Schulze Beerhorst es nannte, startete der Rundgang. Vorbei an der Grabstätte der adeligen Familie von Kalckstein führte der Denkmalschutzbeauftragte die Besuchergruppe zum Rondell mit den Grabstätten der Ahlener Pastoren und Ehrenbürger.

„Nun lassen Sie uns weiter über die Wohlstandsallee gehen“, forderte Bernd Schulze Beerhorst seine Zuhörer auf und informierte an der Grabstätte der Familie Krämer über die Problematik und Kosten des Denkmalschutzes für historische Grabstätten. Auch zum denkmalgeschützten Jüdischen Friedhof machte die Besuchergruppe einen Abstecher. Die Zuhörer erfuhren, dass dieser separate Teil des Friedhofs der Jüdischen Gemeinde in Münster zugeordnet wurde. Der alte jüdische Friedhof, der von 1788 bis 1938 belegt wurde, lag an der Ostpromenade gegenüber dem Ahlener Bahnhof. Der jüdischen Grabkultur entsprechend wird weder das Grab eingeebnet, noch der Grabstein entfernt, da alles für die Ewigkeit bestehen soll. Bernd Schulze Beerhorst erklärte das folgerichtig so: „Wenn sie umfallen, dann fallen sie eben um.“

Nach einem Besuch der Ehrengrabstätte für die während des Zweiten Weltkriegs bei Bombenangriffen ums Leben gekommenen Menschen und den bei Grubenunglücken auf der Zeche Westfalen verunglückten Bergmänner endete die Führung. Bernd Schulze Beerhorst gab seinen Zuhörern die Empfehlung: „Gehen Sie, wenn sie mal allein sind, noch einmal zu den verschiedenen alten Bereichen des Friedhofs und schauen Sie sich in aller Ruhe das heute Gesehene an.“ Gerade die jüngere Generation habe am Ehrenmal der Kriegstoten eine gute Gelegenheit, sich über Kriege und ihre Folgen Gedanken zu machen, gab der Denkmalbeauftragte eine weitere Empfehlung mit auf den Nachhauseweg.

SOCIAL BOOKMARKS