Anklage erhoben nach Tod einer jungen Frau
Bild: Clauser
Ein 27-Jähriger soll im Juli seine Ex-Freundin (22) erwürgt und anschließend das Haus in Brand gesetzt haben. Die Staatsanwaltschaft Münster wirft ihm nun Totschlag, versuchten Mord, besonders schwere Brandstiftung mit versuchter Todesfolge sowie  Wohnungseinbruchdiebstahl vor. Am Tag nach der Tat legten Bekannte, Freunde und Familienangehörige Blumen am Tatort nieder.
Bild: Clauser

In der Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft Münster dem 27-jährigen Angeschuldigten vor, in der Nacht des 7. Juli seine ehemalige Freundin während einer verbalen Auseinandersetzung in der von ihr bezogenen Wohnung im ersten Obergeschoß eines Hauses am Nordwall in Beckum erwürgt zu haben. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen dauerte die Beziehung des Angeschuldigten zu der jungen Frau ungefähr ein halbes Jahr und war von der 22-Jährigen nur wenige Tage vor dem 7. Juli beendet worden.

Um die Aufdeckung der ihm zur Last gelegten Tötung zu verhindern oder zumindest zu erschweren, soll der Angeschuldigte laut Anklage die Couch im Wohnzimmer in Brand gesetzt, den Leichnam der jungen Frau in der Wohnung zurück gelassen und dann das Haus verlassen haben. „Das Feuer erfasste das gesamte Wohnzimmer, wobei die Frau im Zeitpunkt der Brandeinwirkung bereits verstorben war“, heißt es in der Schrift weiter. Es entstand ein Sachschaden von mindestens 100.000 Euro. Die Brandfolgen führten letztlich zur Unbewohnbarkeit des Hauses.

Angeklagter wollte bei der Festnahme erschossen werden

„Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft ist der Angeschuldigte auch des versuchten Mordes sowie der besonders schweren Brandstiftung mit versuchter Todesfolge verdächtig“, teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit. Zum Zeitpunkt des Brandes schlief in dem Haus eine weitere Bewohnerin, die gegen 2.30 Uhr plötzlich wach wurde und sich noch rechtzeitig unverletzt Freie begeben konnte.

Der Angeschuldigte soll in derselben Nacht und nach der vorgeworfenen Brandstiftung in das Wohnhaus eines Bekannten eingedrungen sein und dort drei verschlossene Tresore entwendet haben, in denen sich erlaubnispflichtige Schusswaffen nebst Munition befanden. Die Schlüssel zu den Tresoren erlangte der Angeschuldigte nicht.

Der Angeschuldigte hat der Mitteilung zufolge im Ermittlungsverfahren eingeräumt, seine ehemalige Freundin im Rahmen eines Streits getötet zu haben. Es sei bei der Auseinandersetzung um seine Liebe zu ihr gegangen. Er habe sie zurück gewinnen wollen. Er habe die Wohnung in Brand gesetzt und sei dann in die Wohnung seines Bekannten eingedrungen. Bei seiner Festnahme am 8. Juli 2017 in Wadersloh habe er von den Polizeibeamten erschossen werden wollen.

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