Beckumer Anschläge: Der Wochenrückblick
Einziges grünes Wahlplakat der Stadt: Willst du Schniggendiller sehen, musst du auf dem Nordwall stehen.

Ob Kandidatin Marion Schniggendiller von jedem zweiten Laternenmast herabgelächelt haben wird oder nicht, wird aus  Sicht der Ortspartei wohl nicht entscheidend sein. Also verzichtet die Ortspartei aufs Plakatekleben und beschränkt sich auf Einsätze am Infostand. Das eingesparte Gelde spendet sie den Bäder-Fördervereinen und „Frauen helfen Frauen“. Am Ende vielleicht für den ein oder anderen Wähler ein stärkeres Zeichen für gesellschaftliche Solidarität als Portraits und Slogans in DIN A1-Format.

Während es ansonsten eher ruhig bleibt um die Wahlwerbung in Beckum, machen andere Plakate von sich reden. Die „Achtung Kinder!“-Warnhinweise , die Radio WAF und AOK zum Schuljahresbeginn kostenlos verteilt haben, sind von der Stadt teilweise wieder entfernt worden. In einem Fall ging es um Verkehrssicherheit, in anderen Fällen ums Prinzip. Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Ermessensspielraum der Ordnungsbehörde im Interesse der Bürger nicht ausgeschöpft worden ist. Mancherorts blieben die Plakate zwar stehen, aber nicht überall, wo sie abgeräumt wurden, stellten sie eine Gefährdung dar. Etwas mehr Großzügigkeit hätte da sicher nicht geschadet.

Interessante Wendung in Sachen Marktplatzplanung: Jetzt denkt die Verwaltung darüber nach, die Bürger per Fragenkatalog selbst mitbestimmen zu lassen, wie die Ausgestaltung des Zentralplatzes aussehen soll. Dabei wirft die Stadt einiges in die Waagschale: Der Umbau wird sich durch die vorgeschalteten Beratungen deutlich verzögern, die Kosten für eine flächendeckende Umfrage dürften erheblich sein. Und das alles, um Entscheidungsbereitschaft im politischen Raum herzustellen? Das erinnert ja schon fatal an den Bundestagskandidaten Olaf Barton, der im Kreis Warendorf Wahlkampf macht und für alles und jeden eine Volksabstimmung fordert, statt Positionen zur Sache zu beziehen. Nein, in einer repräsentativen Demokratie müssen die Mandatsträger auch auf kommunaler Ebene bei schwierigen und vielleicht unpopulären Entscheidungen den Mumm haben, Beschlüsse zu fassen. Dafür sind sie gewählt.

Übrigens: Was geschieht, wenn die Beteiligung an der Umfrage zu gering für ein repräsentatives Ergebnis ausfallen sollte?

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