Als die drei Kinder und drei Erwachsene die Plattform gegen 18.15 Uhr wieder verlassen wollen, lässt sich die Tür vor der Wendeltreppe nicht mehr öffnen. „Wir haben sogar am Griff gerüttelt, aber das Schloss klemmte wohl“, erinnert sich Dominik Thomas (11) aus Beckum. Er habe schon etwas Angst gehabt, dass sie nicht mehr herab kämen.
Als die drei Kinder runterrufen und den Läufern vor der Soestwarte ihre Situation schildern, schauen die sich zuerst verwundert an. „Ich habe das erst gar nicht geglaubt“, sagt Jürgen Wessel rückblickend. Der Familienvater stürmt die Treppen hoch, um seinem Sohn Simon und der Gruppe zu helfen. Mit einer Krankenkassenkarte versucht er die Tür zu öffnen, doch vergebens. Ein letztes Rütteln, dann erkennt auch Jürgen Wessel, dass er nicht weiterkommt. „Was nun?“
Bleibt als einzige Lösung, ins benachbarte Hotel Höxberg zu gehen und die Feuerwehr zu rufen. Sorgen habe er sich aber zu keinem Zeitpunkt gemacht, sagt Jürgen Wessel sechs Tage danach. Um 18.26 Uhr geht der ungewöhnliche Hilferuf auf der Beckumer Wache ein. Kurze Zeit später rollt ein Feuerwehrfahrzeug auf den Parkplatz an der Soestwarte. „Langsam wurde es auf dem Turm ganz schön frisch“, erinnert sich Simon Wessel. Lange muss der Zehnjährige aber nicht mehr vor der verschlossenen Tür ausharren. Die Feuerwehrleute greifen zum Werkzeug und knacken das Schloss. Ein Ruckeln, und plötzlich schwingt die Tür nach außen.
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Die sechsköpfige Gruppe kann sich auf den Weg nach unten machen. Gegen 19 Uhr ist das Abenteuer überstanden. „Eine Gefahr bestand aber die ganze Zeit über nicht“, betont Gaby Trampe, Pressesprecherin der Stadt Beckum. Die Stadt ist Eigentümerin der Soestwarte. Der Bauhof hat das Schloss mittlerweile ausgebaut. Auch die Eingangstür sei kontrolliert worden, wie Gaby Trampe mitteilt. Das einzige, was wohl nicht mehr repariert werden kann, ist Jürgen Wessels Krankenkassenkarte.

