Hitzige Debatte um Schulpolitik
Rund 45 Diskutanten wehrten sich teils vehement gegen jegliche Planung, die die Auflösung des Kopernikus-Gymnasiums bedeuten würde.

Das beschloss das Ratsgremium am Abend einstimmig nach langer Debatte, die zeitweise auch rund 45 erschienene Zuhörer einschloss.  Im Mittelpunkt: Die  geplante Erhebung über den Wunsch nach Gründung einer Gesamtschule.

Einzig Ulrich Hanke von der FDP legte sich dabei am Ende bereits soweit fest, dass seine Fraktion keine Befragung unterstützen wird, die den Bestand des Neubeckumer Kopernikus-Gymnasiums in Frage stellen könnte. Genau das war der Aspekt, um den es bei der Diskussion im Kern ging. Fachbereichsleiterin Mechthild Cappenberg hatte zum Auftakt anhand einer Fülle von Zahlen dargestellt, warum Verwaltung und Politik Handlungsbedarf sehen. Sie führte den Schülerschwund aufgrund demographischen Wandels und das definitive Aus für die angesichts von gerade einmal 19 Anmeldungen nicht überlebensfähige Käthe-Kollwitz-Hauptschule ins Feld. Nicht zu vergessen die Ennigerloher Pläne für die Gründung einer eigenen Gesamtschule, die nach Cappenbergs Darstellung und sehr zum Erstaunen manches Ausschussmitglieds offenbar gute Aussichten auf Genehmigung hat.

Maxime des kommunalen Handelns muss es nach Überzeugung von Politik und Verwaltung sein, ein adäquates weiterführendes Schulangebot für alle Neubeckumer Kinder vorzuhalten, ein Abwandern in die Nachbarschaft dabei aber zu vermeiden. Die zahlreich zur Sitzung erschienenen Sympathisanten des Kopernikusgymnasiums sehen das anders. Sie protestierten gegen die suggestive Fragestellung in dem Fragebogen. Beanstandet wurde ferner die mangelnde Information von betroffenen Schulen und Elternschaften bezüglich der strategischen Vorüberlegungen.

Auf Kritik stieß ferner die Einschätzung der Verwaltung, wonach der Schulstandort Neubeckum ganz wesentlich durch die Gründung einer Gesamtschule gestärkt werden könnte – wenn dies durch die Eltern gewünscht werde. Deren Befragung, das machte Mechthild Cappenberg deutlich, bildet allenfalls den ersten Schritt auf dem langen Verfahrensweg einer Gesamtschul-Gründung.

Während bei den weiterführenden Schulen um die optimale Lösung gerungen wird, ist die Ansage für die beiden bestandsgefährdeten Grundschulen in Roland und Vellern eindeutig. Sie sollen weitergeführt werden, wozu die Stadtverwaltung nun die erforderliche Ausnahmegenehmigungen bei der Schulaufsicht einholen soll. Eine Umfrage unter den Eltern in den beiden Beckumer Stadtteilen ergab, dass sich in beiden Fällen eine überwiegende Mehrheit dafür ausgesprochen hat, ihre Kinder weiter auf die jeweiligen Grundschulen zu schicken beziehungsweise dort einschulen zu lassen. Das auch um den Preis, dass durchgehend jahrgangsübergreifender Unterricht stattfindet und die Personaldecke bei den Lehrpersonen dünn ist. Die Konstellationen an den beiden Schulen lassen aber auch im Krankheitsfall von Lehrkräften noch Vertretungsregelungen zu, wie die Verwaltung im Schulausschuss darlegte.

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