Hungerstreik: Betreuung im Blickpunkt 
Darum geht es:  Auf ihren Ausweis zur Aufenthaltsgestattung warten viele Beckumer Flüchtlinge schon seit Monaten.

Er fungiert als Ansprechpartner und Vermittler für die nach seinen Angaben rund 40 Personen im Ausstand. Der betroffene Patient stamme aus Syrien und habe zwischen Sonntag- und Dienstagabend lediglich ein Glas Wasser und einen Becher Milch zu sich genommen. Shalabi zeigte sich irritiert darüber, dass der offenbar geschwächte Mann bereits am Mittwoch nach einer Nacht wieder aus stationärer Behandlung entlassen wurde.

Überhaupt kritisiert er die unzureichende Betreuung der in verschiedenen Unterkünften ausharrenden Streikenden. Von der Stadt Beckum habe sich bisher niemand um die Personen gekümmert, denen es teilweise schlecht gehe. Auch von medizinischer Betreuung könne keine Rede sein.

Beckums Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann hat inzwischen angekündigt, die Unterkünfte in der ehemaligen Firma Hagemann und in der früheren Rolandschule am Donnerstag und Freitag besuchen zu wollen. Dabei möchte er sich ein eigenes Bild der Lage vor Ort machen, wie aus dem Rathaus verlautete. Wie berichtet, hatten Stadt und Kreis die Namen von monatelang wartenden Flüchtlingen an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geschickt, um eine Beschleunigung der Asylverfahren zu erreichen. Aus Bielefeld gab es bis Mittwoch gegenüber der Stadt keine Reaktion auf die überstellte Namensliste, wie der zuständige Fachbereichsleiter Herbert Essmeier auf Anfrage der „Glocke“ erklärte.

Essmeier wies den Vorwurf zurück, die Hungerstreikenden nicht hinreichend zu betreuen. Er erinnerte daran, dass die Stadt Rettungsdienst und Krankenhaus vorinformiert habe, um sie auf einen denkbaren Massenanfall von Patienten vorzubereiten. Auch mit dem Kreis-Gesundheitsamt stehe man in Verbindung. Die sechs Mitarbeiter, die sich um die Flüchtlinge in Beckum kümmern, hätten ein wachsames Auge auf die Streikenden, gäben zudem Hinweise, etwa zur wichtigen Flüssigkeitsaufnahme.

Derzeit beschäftigt sich die Verwaltung laut Essmeier damit, herauszufinden, wieviele Menschen sich überhaupt genau an dem Ausstand beteiligen. Was den Fall des im Krankenhaus behandelten Mannes betrifft, so liegen dem Fachbereichsleiter Erkenntnisse vor, dass seine Gesundheitsprobleme nicht allzu schwerwiegend seien.

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