Klavierbauer: Beruf mit vielen Saiten
Bild: Grünebaum
Garantiert nicht eintönig: Die Klavierbaumeister Christoph Kollmann (l.) und Marcel Pollkläsener gewährten der „Glocke“ Einblick in ihre tägliche Arbeit. Das Bild zeigt sie an einem Steinway D-Flügel mit einer Länge von 274 Zentimetern.
Bild: Grünebaum

Von Eintönigkeit keine Spur: Die Kombination aus Musik und Handwerk mache den Reiz für ihn aus, erklärt Christoph Kollmann. Der Neubeckumer hat genauso wie Marcel Pollkläsener aus Beelen die Meisterprüfung an der Handwerkskammer in Ludwigsburg abgelegt. Nach ihrer Ausbildung zum Klavier- und Cembalobauer im Pianohaus in Neubeckum besuchten sie zwei Jahre lang die Fachschule in Ludwigsburg, immer im dreimonatigen Wechsel mit ihrer Arbeit bei Micke.

Kein „08/15-Weg“

Es klingt ambitioniert: Ein feines Gehör, handwerkliches Geschick und musikalisches Verständnis sind für die Tätigkeit unerlässlich. Schließlich gebe es beim Klavierbau keinen 08/15-Weg, wie Marcel Pollkläsener erklärt. Jede Firma habe ihre eigene Philosophie, und jedes Instrument seinen individuellen Klang. Allein schon deshalb, weil Holz kein homogener Werkstoff sei. „Kein Klang ist kopierbar“, bringt es der Klavierbaumeister auf den Punkt.

Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet das Stimmen der Klaviere. Christoph Kollmanns motiviert es, das Ergebnis dieser Tüftler-Tätigkeit am Ende wertschätzen zu können: ein schöner Klang. Genauso wie Marcel Pollkläsener spielt er selbst Klavier. „Ich habe mit sechs Jahre angefangen zu lernen. Es hat mir sofort Spaß gemacht“, sagt Marcel.

Jeder Zehntelmillimeter zählt

Mit Stimmhammer, Intoniernadelhalter und anderem Regulierwerkzeug gehen die beiden konzentriert ihrer Arbeit nach. Die Faszination des Berufs schildert Jonas Schoeneke aus Münster, selbst erst seit dem 1. September Auszubildender im Pianohaus Micke: „Es ist so ein riesiges Instrument. Und dennoch macht jeder Zehntelmillimeter einen Unterschied aus.“ Ein Beruf mit vielen Seiten eben.

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