Landgericht verurteilt 49-jährigen Mann
Für vier Jahre und zehn Monate muss ein 49-jähriger Neubeckumer ins Gefängnis.

Jetzt verurteilte das Landgericht Münster den geständigen und für seine Straftaten voll verantwortlichen Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten. Zudem muss er mehr als 6000 Euro zurückzahlen, die er aus dem Drogenverkauf als Gewinn erzielte.

Der Staatsanwalt hatte im Gesamtpaket fünf Jahre und zehn Monate sowie eine höhere Rückzahlung gefordert. Der Verteidiger hatte kein konkretes Strafmaß beantragt. In seiner Beweiswürdigung hob er hervor, dass das Vorgehen seines drogenabhängigen Mandanten nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet war. Er habe mit weiteren Drogenabhängigen zusammengelebt und selbst konsumiert. Das vom Angeklagten Gesagte gehe weit über ein Geständnis hinaus und müsse sich auszahlen. Das Urteil fußte auf bewaffnetem Handeltreiben mit Kokain, unerlaubtem Besitz von Heroin in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Handeltreiben mit Heroin sowie unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln in Tateinheit mit Handeltreiben in 51 weiteren Fällen.

Wie die Tatbestände rechtlich zu bewerten waren, ergab eine Rückschau. Demnach kam der Stein durch einen anonymen Hinweisgeber ins Rollen. Dass der Angeklagte in Neubeckum aus seiner Wohnung heraus mit Drogen handelte und Waffen im Spiel sein sollten, war zunächst nur ein Anfangsverdacht. Ein Sondereinsatzkommando fand in seiner Wohnung ein Sammelsurium an Waffen. In seiner Unterhose hatte der Angeklagte 6,36 Gramm Heroin und 7,68 Gramm Kokain versteckt. 60 Gramm Marihuana wurden sichergestellt.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte sich der Angeklagte bewaffnet, um sich im Rahmen des Drogenhandels zu schützen. Schon einmal habe er schlechte Erfahrungen gemacht, als man ihn „abziehen“ wollte. Das am Durchsuchungstag vorgefundene Kokain wollte der Angeklagte weiterverkaufen. „Er musste verkaufen. Er hat Geld zur Finanzierung seines Eigenkonsums gebracht.“ Auch ein kleiner Teil des Heroins, das der Angeklagte mit Streckmitteln versah, war zum Handeltreiben bestimmt.

Das Tatmotiv sah das Gericht in der Drogenabhängigkeit. Bei der Strafzumessung hatten das weitgehende Geständnis und die Kronzeugenregelung einen hohen Stellenwert. Der 49-Jährige hatte andere belastet und darüber hinaus zur Aufklärung des Gesamtgeschehens beigetragen. Erschwernd schlug dagegen die einschlägige Vorstrafe zu Buche.

Das Urteil nahm der 49-Jährige äußerlich ruhig entgegen. Weil bei ihm der Hang zum übermäßigen Heroinkonsum besteht, ordnete das Gericht die Unterbringung in eine Entziehungsanstalt an und schloss sich den Einschätzungen des Sachverständigen an.

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