Marsch für Europa führt durch Beckum
Am Samstag machten 15 Mitglieder der italienischen Bewegung „Repubblica Nomade“ Zwischenstation in Beckum. Die Gruppe wirbt auf dem Weg von Paris nach Berlin für ein geeeintes Europa.

Es ist es ein ganz besonderes Experiment, bei dem sich einstige Kriegsgegner freiwillig zusammengeschlossen hätten, um gemeinsam Konflikte zu überwinden – ein Modell für die ganze Welt, wie die 15 Mitglieder der Bewegung am Samstagabend im Gespräch mit der „Glocke“ betonten. Für die Idee machen sich Regisseure, Intellektuelle – unter ihnen der Schriftsteller Antonio Moresco – aber auch ganz normale Bürger stark. Sie tragen den Gedanken bei ihren Wanderungen von Ort zu Ort.

2011 gründete sich die nichtreligiöse Bewegung. Ihre erste Reise habe damals von Mantua nach Straßburg geführt, erklärten die Idealisten im Alter zwischen 32 und 74 Jahren. Auch Martin Schulz habe sie begrüßt, erinnerte man sich an die Begegnung mit dem späteren Präsident des Europäischen Parlaments und heutigen Kanzlerkandidaten.

Am Samstag machten die Aktivisten, die bereits 760 Kilometer überstanden hatten, jedoch 1300 bewältigen wollen, um mit vielen Unterstützern ihres Gedankens ihr eigentliches Ziel, Berlin am 8. Juli zu erreichen, müde und teils mit schmerzenden Füßen in Beckum Zwischenstation.

Hier von Sandra Berges vom Presseamt der Stadt Beckum mit freundlichen Worten und von der Beckumerin Paola Gabriella Lazari spontan mit einem Espresso begrüßt zu werden, löste Freude und Dankbarkeit aus. Seit dem Start am 21. Mai in Paris habe sich ihr Bild von Deutschland grundlegend verändert, berichteten die Wanderer. Denn ihnen sei Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit begegnet. Ohne das Entgegenkommen in den Kommunen sei die Umsetzung des Projektes auch gar nicht möglich. In Frankreich sei ihre Mission nicht immer wohlwollend bewertet worden. Ein polnischer Pfarrer allerdings habe ihnen entgegen der Anweisung seines Bischofs Unterkunft gewährt: Wer zu Fuß durch Europa reise, müsse eine friedliche Absicht haben, war der sich sicher gewesen.

Zudem sei ihnen die Bedeutung von Trinkwasser bewusst geworden, das längst nicht mehr überall frei zur Verfügung stehe. Für eine Nacht schlugen die Männer und Frauen in Klassenräumen der VHS an der Antoniusstraße ihre Schlafstätte auf, kochten sich dort ihre Mahlzeit. Am Sonntagmorgen zog man nach Beelen weiter. Heute ist Bielefeld das Etappenziel.

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