NRW-Arbeitsminister zu Gast bei der SPD
Bild: Clauser
Sozialdemokraten unter sich: (v. l.) Ratsfraktionschef Karsten Koch, Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass, Stellvertretender Bürgermeister Dr. Rudolf Grothues, Arbeitsminister Guntram Schneider, Kreistagsfraktionsvorsitzende Dagmar Arnkens-Homann, Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat Bernhard Daldrup und der Neubeckumer Ortsvereinsvorsitzende Peter Kreft.
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Vom Ortsvereinsvorsitzenden Peter Kreft und Kreis-Parteichef Bernhard Daldrup willkommen geheißen, skizzierte Schneider die Lage auf dem Arbeitsmarkt und umriss den politischen Handlungsbedarf aus sozialdemokratischer Sicht. Bei zweiprozentigem Wachstum des Bruttoinlandprodukts gibt es nach den Worten des Gastes aus Düsseldorf eigentlich keinen Grund zur Klage.

Sorge bereitet dem Minister allerdings, dass die zusätzlich entstehenden Arbeitsplätze, immerhin 20 000 landesweit im Vorjahr allein im produzierenden Gewerbe, prekärer Natur sind. „Sozial ist, was gute Arbeit schafft“, erklärte Schneider, der nachdrücklich eine Zivilisierung der Leiharbeit forderte. Die will er keineswegs verbieten, aber dem Prinzip „gleiches Geld für gleichwertige Arbeit“ unterwerfen und zudem die Verkopplung von Arbeitsverträgen mit Leiharbeitsfirmen und Auftraggebern untersagen.

Unter dem Applaus des Publikums verlangte Schneider ferner, dass Frauen ebenso entlohnt werden wie Männer. Auch die stetige Zunahme befristeter Arbeitsverträge, besonders bei jüngeren Arbeitnehmern, ist dem Ressortchef ein Dorn im Auge.

Befristung, so seine Forderung, muss die Ausnahme bleiben. Und auch bei den Minijobs sieht er Regulierungsbedarf von staatlicher Seite. Schon alleine, weil ein inflationäres Anwachsen für die Sozialsysteme zum finanziellen Fiasko werden könnte. Schneiders Rezept: Für Minijobber sollte entweder eine verbindliche Stundenzahl festgelegt oder die Gültigkeit einer gegenwärtig angestrebten Mindestlohnregelung auf diesen Bereich ausgedehnt werden. Die SPD fordert einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro. „Jeder muss von einem Job leben können“, erteilte Schneider den inzwischen verbreiteten Mehrfachtätigkeiten eine klare Absage.

Bevor Musical-Sängerin Marion Wilmer für einen schwungvollen Abschluss des offiziellen Teils sorgte, beleuchtete der Minister auch die Folgen des demografischen Wandels für die Arbeitswelt und warb für die Einführung der Solidarrente in Höhe von 850 Euro für langjährige Beitragszahler.

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