Trauer und Wut nach Festnahme
Bild: Clauser

Blumen und Grablichter, dazwischen persönliche Botschaften, erinnern vor dem Haus Nordwall 29 an das Schicksal der 22-Jährigen , die hier am frühen Freitagmorgen zu Tode gekommen ist.

Bild: Clauser

Längst hat sich in der Stadt zu diesem Zeitpunkt herumgesprochen, dass der Mann gefasst ist, dem die Tötung an seiner Ex-Freundin und anschließende schwere Brandstiftung zur Last gelegt werden. Bei einer dramatischen Polizeiaktion ist der Verdächtige am Samstag in seinem Heimatort Wadersloh festgenommen worden. Dabei wurde er von der Polizei angeschossen. Der schwer verletzte 27-Jährige, so die Botschaft der Staatsanwaltschaft noch am Samstag, ist außer Lebensgefahr. Seit Freitagnachmittag war nach dem Beschuldigten intensiv öffentlich gefahndet worden. Ein Hinweis aus der Bevölkerung führte am Vormittag darauf schließlich zu seiner Festnahme (siehe weitere Lokalseite).

Waren nach der Brandnacht bereits viele Menschen in der Nachbarschaft erschüttert, so mehrt sich jetzt das Entsetzen darüber, dass die junge Frau vom Nordwall nicht einem Unfall, sondern offensichtlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist.

Letzte Grüße auf der Treppe vor der Haustür

Die Fenster der ausgebrannten Wohnung am Nordwall sind notdürftig mit Holzplatten verschlossen worden, aber Brandgeruch liegt immer noch in der Luft. Die Vollsperrung der Straße ist wieder aufgehoben worden. Die Ermittlungen sind indessen noch nicht beendet, wie Ulrich Bux als Leiter der ermittelnden Mordkommission erklärt. Davon zeugen auch mehrere amtliche Siegel, mit denen die Eingangstür des Hauses Nordwall 29 verschlossen sind. „Betreten verboten“ warnt außerdem ein Schild an der Hauswand.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite haben sich zwei junge Frauen eingefunden, die mit erkennbarer Betroffenheit zum Ort des grausigen Geschehens hinüberblicken. Ein Radfahrer passiert die improvisierte kleine Gedenkstätte vor der Haustür, stutzt und kehrt um. Zwischen Blumen und Grablichtern ist ein handgemaltes Schild zu sehen, das die Initialen der Toten und eines anderen Menschen zeigt, die sich offenbar in Liebe zugetan waren.

Auf andere Weise erschütternd ist auch die Botschaft neben einem kleinen Blumenstrauß. Dort steht eine Karte des Dachverbands der autonomen Frauenberatungsstellen. „Frauenrechte sind Menschenrechte“ ist darauf zu lesen. Darunter sind sie in sieben Sprachen aufgeführt. „Frauen haben ein Recht auf Leben“, lautet der erste Punkt.

SOCIAL BOOKMARKS