Trommeln für den Waldkindergarten
Bild: Biefang
Die Initiatorinnen Amanda Bailey (links) und Ina Schlebrügge wollen Eltern für ihre Idee gewinnen, einen Waldkindergarten in Beckum zu gründen. Die Politik unterstützt das Projekt. Jetzt geht es darum, Träger und Standort zu finden.
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Eine Kita ohne Tür, Dach und Wände? Wer mehr über die Ergänzung zu den bereits bestehenden Regelkindergärten wissen möchte, ist am Samstag, 18. November, bei einer Informationsveranstaltung an der Windmühle am Höxberg ab 11 Uhr willkommen. Die Veranstaltung dauert ungefähr anderthalb Stunden und gewährt einen Einblick in das pädagogische Konzept, die Ausstattung und das politische Prozedere bis zur möglichen Eröffnung.

Die soll wenn möglich schon im kommenden Jahr über die Bühne gehen. Wie Herbert Essmeier, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales der Stadt Beckum, auf „Glocke“-Nachfrage erklärte, laufe die Suche nach einem geeigneten Standort und einem Träger. In die Bedarfsplanung sei der Waldkindergarten bereits aufgenommen worden. Da die Kita-Plätze benötigt würden, komme der Stadt die Initiative zu Gute. „Der Rahmen ist abgesteckt. Der politische Wille ist da“, brachte es Essmeier auf den Punkt. Wenn sich jetzt auch noch genügend Eltern finden, die sich die Kita für ihre Kinder vorstellen können, steht der Einrichtung inmitten der Natur nichts mehr im Wege.

Ina Schlebrügge und Amanda Bailey trommeln für die grüne Kita. Als begeisterte Pfadfinderin weiß Ina Schlebrügge, was für tolle Erfahrungen Kinder im Freien machen. Zugleich kennt sie durch ihre Tätigkeit als Erzieherin und Fachkraft in der Stephanus-Kita die Bedürfnisse der kleinen Entdecker. Und wie sieht der Alltag in einem Waldkindergarten aus? Die Gruppen singen, tanzen, malen und basteln an der frischen Luft. Die Kinder bauen Stühle und Tische aus Stämmen, frühstücken draußen und erkunden die Natur. Sollte das Wetter zu schlecht sein, finden sie in einem Bauwagen Unterschlupf. Dieser oder eine Schützhütte ist genauso Pflicht wie eine besondere Ausbildung der Erzieher. Läuft alles nach Plan, sollen im Beckumer „Waki“ 20 Kinder von zwei bis sechs Jahren einen Betreuungsplatz finden.

Für Amanda Bailey, die sich für ihren Sohn eine solche Einrichtung wünscht, liegen die Vorteile auf der Hand: „Die Einrichtung ist naturnah und schafft ein ökologisches Bewusstsein.“ Zugleich lasse sich das Konzept mit allen Bildungsgrundsätzen vereinbaren, ergänzt Ina Schlebrügge.

Daten und Fakten

Der erste Waldkindergarten wurde im Jahr 1954 von Ella Flatau in Dänemark gegründet.

Der Bewegungsraum ist deutlich größer als in einer Regeleinrichtung. Damit können Kinder ihren natürlichen Spiel- und Bewegungsdrang ausleben, wie es in Ina Schlebrügges Vorstellung heißt.

Der Kostenaufwand ist geringer: Es fallen keine Ausgaben für Gebäude, Heizung, Reinigung oder Instandhaltung an. Auf vorgefertigte Spielsachen wird verzichtet. Schwerpunkt ist das ganzheitliche Lernen in der Natur als Erlebnis- und Erfahrungsraum.

Eine eigens für die Beckumer Kita eingerichtete Internetseite informiert über die Initiative selbst, das Konzept, Kontaktmöglichkeiten und regelmäßige Treffen. Außerdem können Eltern eine Interessenbekundung ausfüllen. Dabei handelt es sich nicht um eine verbindliche Anmeldung. Mehr auf www.waldkindergarten-beckum.de

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