VHS setzt auf Alphabetisierung
Bild: Reinkemeier
Rund 4000 Beckumer können nicht einmal die drei Buchstaben der VHS lesen. Um ihnen helfen zu können, ist eine Kampagne gestartet. Die Einrichtung will damit Angehörige und Freunde von Betroffenen ansprechen. Denn Analphabeten selbst würden nur sehr selten aus ihre Deckung kommen.
Bild: Reinkemeier

Auch in Beckum gibt es laut Auskunft der VHS Menschen, die Lese- und Schreibschwierigkeiten hätten. „Rund 4000 müssten es statistisch gesehen sein“, sagt Gaby Fartmann, Stellvertretende Leiterin der Volkshochschule Beckum-Wadersloh. Gemeinsam mit dem Bundesverband für Alphabetisierung will die Volkshochschule am Dienstag, 1. März, unter anderem mit dem sogenannten Alpha-Mobil informieren und Mitstreiter hinzugewinnen.

 „Es fordert oft großen Mut und Beharrlichkeiten, damit Betroffene aus Angst vor Diskriminierung und Unverständnis nicht im Verborgenen leben“, teilt die VHS mit. Daran wolle man arbeiten und aufklären. „Wir möchten mit unserer Kampagne Ängste nehmen und Mut machen, Angebote zur Alphabetisierung zu nutzen.“ Allein in Nordrhein-Westfalen leben einer Studie zufolge rund eineinhalb Millionen deutschsprachige Erwachsene, die nur über begrenzte schriftsprachliche Kompetenzen verfügten.

Die Alphabetisierungskurse der VHS gibt es schon lange. Betroffene wüssten aber meist nicht davon. „Sie können leider weder unsere Broschüre noch die Artikel in der ,Glocke’ lesen“, erläutert VHS-Leiterin Christa Paschert-Engelke. Somit sei es ihre Aufgabe, Angehörige und Bekannte zu sensibilisieren. „Es geht auch darum, zu erkennen, ob jemand nicht richtig lesen oder schreiben kann“, verdeutlicht sie. Man wolle allen Mitbürgern die Grundlage schaffen, um „gesellschaftlich partizipieren zu können“, ergänzt Gaby Fartmann. Auch die Persönlichkeitsbildung eines jeden einzelnen stehe bei der Einrichtung im Fokus.

Für die Informationsveranstaltung am Dienstag hat die Volkshochschule nach eigenen Angaben „gesellschaftlich relevante Gruppen und Institutionen“ wie Vereine, Unternehmen, Betriebsräte oder Frauengemeinschaften eingeladen. Durch diese Multiplikatoren erhofft sie sich, möglichst viele Betroffene anzusprechen, um ihnen helfen zu können. Fachleute vom Bundesverband der VHS werden Ursachen erläutern und Tipps geben, woran man Analphabeten erkennen kann.

Mehr dazu auf der Beckumer Lokalseite am Mittwoch, 24. Februar.

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