CDU verliert zehn Prozentpunkte
Bild: Wiengarten

Die Bundestagswahl ist vorbei, die Axtbachgemeinde hat ihren politischen Willen kundgetan: Verlierer sind die großen Volksparteien, auch in Beelen ist die AfD im Aufwind.

Bild: Wiengarten

Fast jeder zweite Beelener hat Reinhold Sendker (CDU) sein Vertrauen ausgesprochen. Knapp 48 Prozent der gültigen Erststimmen entfielen auf den Westkirchener. Das sind jedoch zehn Prozentpunkte weniger als noch vor vier Jahren, als Sendker bei der Bundestagswahl in Beelen 57,57 Prozent verbuchen konnte. Ein genaues Abbild ist bei den Zweitstimmen zu erkennen: Auch dort hat die CDU fast zehn Prozentpunkte verloren (2017: 42,54 Prozent, 2013: 51,84 Prozent).

Auch Bernhard Daldrup (SPD) hat am Axtbach Federn lassen müssen. Er erreichte 24,51 Prozent der Erststimmen (2013: 26,37 Prozent). Drei Prozentpunkte musste die SPD bei den Zweitstimmen lassen (2017: 19,79 Prozent, 2013: 22,03 Prozent). Getreu dem Bundestrend hat sich die FDP auch in Beelen auf Platz drei geschoben. 13,32 Prozent der Zweitstimmen entfielen auf die Liberalen, ihr Kandidat Dr. Oliver Niedostadek erhielt von den Beelenern 7,58 Prozent der Erststimmen.

Im Aufwind ist die Linke: Hatte sie 2013 lediglich 3,92 Prozent erhalten, konnte sie nun ein Plus verbuchen: 5,73 Prozent der Zweitstimmen entfielen auf die Partei. Rund einen Prozentpunkt haben hingegen die Grünen in Beelen verloren: Sie konnten 7,39 Prozent der Zweitstimmen verbuchen (2013: 8,36 Prozent).

Keine Rolle mehr spielen am Axtbach die Piraten. Hatten sie 2013 noch 1,64 Prozent erreicht, liegt ihr Anteil bei der jüngsten Bundestagswahl in Beelen bei 0,09 Prozent der Zweitstimmen. Lediglich drei Personen haben bei ihnen ihr Kreuz gemacht. Die Freien Wähler sind auf kommunaler Ebene am Axtbach stark, doch auf Bundesebene konnten sie lediglich 28 Wähler in Beelen überzeugen. Nur 16 Personen haben die Satire-Partei Die Partei gewählt, obwohl sie mit einem eigenen Kandidaten im Kreis angetreten war. Paulo da Silva erhielt 1,03 Prozent (36 Erststimmen).

Höher als der Trend im Kreis Warendorf, aber deutlich niedriger als auf Bundesebene hat die AfD am Axtbach abgeschnitten. Sie konnte eine maßgebliche Steigerung auch in Beelen verbuchen: 2013 erreichte sie bei den Zweitstimmen 2,45 Prozent, am vergangenen Sonntag bereits 8,61 Prozent (Kreis: 7,4 Prozent). Auch der Direktkandidat Joachim Multermann konnte in der Gemeinde punkten. Er erreichte 7,69 Prozent der Erststimmen und erreichte damit in Beelen den dritten Platz.

Nimmt man die fünf Wahlbezirke der Gemeinde genauer unter die Lupe, lassen sich auch dort einige Auffälligkeiten erkennen: Besonders stark war Reinhold Sendker (CDU) im Bezirk der Grundschule, dort bekam er fast jede zweite Erststimme (51 Prozent). Die Stimmenverteilung für Bernhard Daldrup ist in fast allen Wahlbezirken ausgeglichen, sie schwankt zwischen 22 und 26 Prozent.

Der Wahlvorstand im Haus Heuer hatte zahlreiche Stimmen für die AfD auszuzählen. 15,33 Prozent der Zweitstimmen entfielen auf die Alternative für Deutschland. Das bedeutet im kreisweiten Vergleich Platz drei bei den Wahlbezirken mit dem prozentual höchsten Anteil der AfD-Wähler. Lediglich der Wahlbezirk der Mosaikschule in Ennigerloh (19,59 Prozent) und der Gesamtschule Ahlen (17,12 Prozent) liegen vor dem Bezirk des Hauses Heuer. Was die Erststimmen für den AfD-Kandidaten Joachim Multermann angeht, landet der Wahlbezirk Haus Heuer im kreisweiten Vergleich auf Platz sechs. 13,56 Prozent der Beelener, die im Haus Heuer gewählt haben, haben dem Direktkandidaten mit ihrer Stimme unterstützt.

Auch im Rathaus-Wahlbezirk stimmten Beelener für die AfD (11,92 Prozent). Multermann erhielt dort 10,61 Prozent.

SOCIAL BOOKMARKS