Kinder lernen: „Mein Körper gehört mir“
Bild: Wiengarten
Ist Haarekämmen schon ein sexueller Missbrauch? Reinhard Gesse und Sandra Schöme spielten diese Szene während des Elternabends.
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Die Schüler werden demnächst über drei Wochen an das Thema herangeführt. Zu Gast ist dann die „Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück“. Die drei interaktiven Stücke, die die Kinder an drei Tagen erleben werden, bekamen die Eltern am Dienstag im Schnelldurchgang geboten. Ziel ist es, das Thema aus der Tabuzone zu holen und zum Gesprächsthema in der Familie werden zu lassen.

Wie Anke Zeller, Schulsozialarbeiterin, erklärte, sei die Sexualerziehung ein fester Teil des Schulprogramms. Sexueller Missbrauch sei ein Teil der Realität. Etwa 10 bis 20 Prozent aller Kinder seien Opfer von sexuellen Übergriffen. Kinder hätten das Recht „Nein“ zu sagen. Dass sie das auch ohne Angst vor Konsequenzen tun können, darin wollen die Pädagogen die Schüler bestärken. „Mein Körper gehört mir“ heißt daher auch der Übertitel der Veranstaltungsreihe. Reinhard Gesse und Sandra Schöme spielten am Dienstag verschiedene Szenen aus dem normalen Leben der Kinder. Das fing beim harmlosen Haarekämmen an bis zu einer ungewollten Umarmung im Schulbus oder unsittlichen Berührungen beim Tennistraining. Immer wieder werden die Kinder – am Dienstag waren es die Eltern – ermuntert, auf ihr Bauchgefühl zu achten. Die Mädchen und Jungen sollen lernen, laut und deutlich „Nein“ zu sagen, wenn sie ein schlechtes Gefühl in einer bestimmten Situation haben. Dass das Nein-Sagen nicht immer einfach ist, besonders wenn man das Wort einem selbst nahstehenden Menschen sagen muss, wurde ebenfalls thematisiert.

Was ist sexueller Missbrauch? Was kann man dagegen tun? Spielerisch wurden Antworten auf diese Fragen gegeben, im Gespräch werden Lösungen erarbeitet. Auch auf Chat-Verabredungen wurde eingegangen. Drei Fragen sollen sich die Kinder immer stellen: Habe ich ein Ja-Gefühl oder ein Nein-Gefühl? Weiß jemand wo ich bin? Bekomme ich Hilfe, wenn ich welche benötige? Muss auch nur eine Frage mit Nein beantwortet werden, ist höchste Vorsicht angesagt.

Die beiden Schauspieler beleuchteten das sensible Thema von allen Seiten. Obwohl das Thema bedrückend ist, schafften es Reinhard Gesse und Sandra Schöne, die Eltern hin und wieder zum Schmunzeln und Lachen zu bringen.

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