Tipps für die Zeit der Umstellung

Für Familien mit Kindern ist die bevorstehende Umstellung der Uhren vom 28. auf den 29. Oktober laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse eine Herausforderung. Fast die Hälfte aller befragten Eltern mit Kindern bis zwölf Jahre gab an, schon einmal Veränderungen im Schlafverhalten oder Wohlbefinden ihres Kindes nach einer Zeitumstellung bemerkt zu haben.

Kinder reagieren auf die Zeitumstellung empfindlich

 Jeweils ein Drittel der Kinder habe Probleme, abends einzuschlafen oder morgens aufzustehen. Das bestätigt auch Stefanie Lakenbrink, Einrichtungsleiterin der Alexe-Hegemann-Kita. „Je jünger die Kinder, desto fester sind sie in ihrem Biorhythmus verhaftet. Bis sie sich umgewöhnt haben, können schon mal zwei Wochen vergehen“, sagt Lakenbrink. Das heißt, den Kleinkindern ist es egal, welche Uhrzeit der Wecker anzeigt, sie werden zu ihren gewohnten Zeiten wach.

Abends früher ins Bett gehen

Stefanie Lakenbrink rät Eltern, ihren Nachwuchs am Abend vor der Zeitumstellung bereits früher ins Bett zu bringen. Das schützt zwar nicht vor dem frühen Aufstehen, aber dient dazu, die Mädchen und Jungen an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.

Wichtig ist der Tag, nachdem die Uhr umgestellt wurde: „Der ist nicht nur für Eltern, sondern vor allem für die Kinder ganz schön lang“, sagt Lakenbrink.

Längere Mittagspause hilft fit zu bleiben

 Sie empfiehlt, eine längere Mittagspause oder Mittagsschlaf für die Kinder einzuplanen, die natürlich früher müde werden. „Frische Luft und ausreichend Bewegung tun gut, um besser schlafen zu können“, gibt Lakenbrink einen weiteren Tipp.

Mehr Bewegung und möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen, ist immerhin auch für jeden dritten Erwachsenen eine gute Methode, um die Tage nach der Zeitumstellung gut zu überstehen. Auch der Konsum von koffeinhaltigen Getränken helfe, morgens wach zu werden.

Frauen sind stärker betroffen

So sei es nicht verwunderlich, dass laut der Befragung jeder Vierte, der Probleme wegen der Zeitumstellung hat, mehr Kaffee und Cola trinke. Grundsätzlich sind Frauen stärker von den Auswirkungen der Zeitumstellung betroffen: 39 Prozent gaben in der Umfrage an, mit Müdigkeit, Gereiztheit oder Schlafproblemen nach der Umstellung der Uhren zu kämpfen. Bei den Männern hingegen ist es nur jeder vierte, der derartige Probleme spürt.

Staatlicher Eingriff in den Bio-Rhythmus hat Folgen

Wer ohnehin nicht so gut schläft, sollte rund um den Tag der Zeitumstellung besonders auf die sogenannte Schlafhygiene achten. Zwar schlafen die Europäer dank der Umstellung auf die Winterzeit effektiv eine Stunde mehr, aber für den Körper bedeutet die Zeitumstellung immer Stress. Vor allem für diejenigen, die körperlich unter der Umstellung leiden. Schlafstörungen, Müdigkeit und geringere Konzentrationsfähigkeit sind nur einige der Folgen des staatlichen Eingriffs in unseren Bio-Rhythmus.

Schlafstörungen und Müdigkeit bildet sich zurück

Professor Dr. Svenja Happe, Chefärztin Neurologie in der Klinik Maria Frieden in Telgte, ist Expertin in der Schlafmedizin: „Die Zeitumstellung greift in unseren individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus ein und kann ihn wenige Tage bis zu mehrere Wochen beeinflussen. Bei besonders anfälligen Menschen können daraus Schlafstörungen und Müdigkeit am Tag resultieren, die sich jedoch meistens innerhalb weniger Tage bis zu einer Woche zurückbilden.“

Am Abend schwere Mahlzeiten vermeiden

Für alle, die Jahr für Jahr mit der Zeitumstellung kämpfen, hat Professor Happe drei Tipps, wie man sich und seinen Körper gut durch die Zeitumstellung bringt: „Gewöhnen Sie sich schon einige Tage vor der eigentlichen Zeitumstellung um und gehen Sie etwas später ins Bett – eine Viertelstunde am Abend reicht bereits aus. Vermeiden Sie am Abend schwere Mahlzeiten und treiben Sie idealerweise tagsüber leichten Sport. Sorgen Sie dafür, dass Sie nachts kein Licht abbekommen und früh morgens dafür umso mehr Tageslicht von draußen. Das macht wach und bringt den Bio-Rhythmus auf Trab“, sagt die Expertin.

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