32-jähriger Ennigerloher freigesprochen
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In einer Fortsetzungsverhandlung vor dem Schöffengericht in Warendorf ist am Montag ein 32-Jähriger aus Ennigerloh freigesprochen worden. Ihm wurde vorgeworfen, einem 15-Jährigen Marihuana verkauft zu haben.

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Die Staatsanwaltschaft hatte ihm in der ersten Verhandlung vorgeworfen, am 21. Juli des vergangenen Jahres Marihuana in geringer Menge an einen damals 15-Jährigen verkauft zu haben. Der Prozess war unterbrochen worden, weil die Verteidigung die Anhörung eines weiteren Zeugen beantragt hatte. Dieser erschien am Montag auch vor Gericht, konnte jedoch keine für die Verhandlung verwertbaren Aussagen zum Tathergang machen. Nach dem Verlesen des umfangreichen und einschlägigen Vorstrafen-Registers des Angeklagten folgten die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung.

Die Staatsanwältin rekapitulierte den Tathergang: Danach baten der damals 15-Jährige und seine beiden gleichaltrigen Freunde den Angeklagten im Sommer 2016 auf dem Parkplatz der Olympiahalle, für sie in einem nahegelegenen Einkaufsmarkt Bier zu kaufen. Dabei seien auch die Handynummern und Adressen ausgetauscht worden. Am 21. Juli sei der 15-Jährige dann von einer Polizeistreife kontrolliert worden. Dabei seien bei ihm mehrere Päckchen mit Marihuana sichergestellt worden.

Auf Nachfrage, von wem er das Rauschgift habe, habe der 15-Jährige den Vornamen und die Adresse des Angeklagten genannt. Nachdem die Polizei diesen vernommen hatte, habe der Angeklagte den 15-Jährigen aufgesucht und gefragt, warum er der Polizei seinen Namen als Dealer genannt hätte. „Ich hatte Angst und war nervös, dein Name war der erste der mir einfiel“, soll der junge Mann ihm geantwortet haben. In der ersten Verhandlung allerdings sei er bei der Version geblieben, das Rauschgift vom Angeklagten bekommen zu haben, sagte die Staatsanwältin.

Sie hielt dem Angeklagten zugute, dass es sich um eine geringe Menge weicher Betäubungsmittel gehandelt habe. Negativ bewertete sie die Vorstrafen einschließlich laufender Bewährung und die Tatsache, dass ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den 32-Jährigen anhängig ist. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung.

Der Verteidiger wies auf deutliche Zweifel bei der Stimmigkeit der Aussagen des 15-Jährigen hin. „Dabei bleiben so große Zweifel, dass mein Mandant freigesprochen werden muss“, forderte er in seinem Plädoyer. Dem schloss sich das Gericht an, da die Schuld des Mannes nicht zweifelsfrei bewiesen worden sei.

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