Darsteller überzeugen auf Campingplatz
Bilder: Schomakers
Verschiedene Lebensstile treffen aufeinander: Ihren Unmut gegenüber dem freizügigen Auftreten von Herrn und Frau Bruns gibt die auf Etikette achtende Familie Fink unmissverständlich zum Ausdruck. Das Bild zeigt (v. l.) Annette Berste, Heinz Brune, Claudia Hoppe, Ludger Demski und Petra Hellbeck.
Bilder: Schomakers

Noch bevor der erste Akteur die Bühne betrat, gab es vom Publikum spontan Applaus für das von Dieter Röwekamp gestaltete Bühnenbild.

Dass es Rabatz geben würde, war spätestens nach dem Eintreffen der gut situierten Familie Fink auf dem Campingplatz Neuengraben in Enniger zu erwarten. Oma Illa, gespielt von Claudia Hoppe, hatte eine Reise mit Familie ins schöne Münsterland gewonnen. Sie habe aber nicht das Kleingedruckte bei der Gewinnmitteilung gelesen, erklärt sie ihrer sprachlosen Familie, die ein Fünf-Sterne-Hotel erwartete. Aber auch Oma Illa will auf keinen Fall den Wohnwagen betreten, geschweige darin übernachten. Die hotelverwöhnte Familie hat ernsthafte Anpassungsprobleme.

„Ich werd nicht mit der Toilette spazieren gehen“

Völlig aus dem Häuschen gerät Mathilde Fink, dargestellt von Annette Berste, als ihr der Mitarbeiter des Platzes, Michael Thamm (Michael Becklas), bei der Kurzeinweisung in das Camperleben erklärt, dass sie die Campingtoilette hinter dem Waschhaus entsorgen könne. „Ich werd doch nicht mit der Toilette spazieren gehen“, wettert sie.

Die Situation für Familie Fink verschlimmert sich, als der Camper Teschke Bruns, gespielt von Ludger Demski, mit Frau und Sohn den Wohnwagen der Finks in deren Abwesenheit irrtümlich bezieht. Lauthals wird der Irrtum von beiden Parteien geklärt. Teschke und Mathilde Fink erweisen sich als dominant auftretende Familienoberhäupter mit einer niedrigen Reizgrenze, und der Streit ist somit programmiert.

Ohne einen Auftritt Thomas Hermes-Huerkamps wollte das Plattdeutsche Theater der Heimatbühne Enniger den Premierenabend nicht beenden. Ehrenamtliche Verpflichtungen ließen ihm keine Zeit für die zeitaufwendigen Vorbereitungen auf das Stück. Vor dem letzten Bühnenvorhang erschien er mit Regisseurin Elisabeth Senger und Souffleuse Gaby Heidrich sowie dem Ensemble und bedankte sich im Namen aller Beteiligten für ein fantastisches und gut gelauntes Publikum, das mit Beifall nicht geizte.

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