Hans Schwartze ist nachts beim Western kreativ
Bild: Hübl
Der Autor plattdeutscher Lustspiele, Hans Schwartze aus Ostenfelde, mit Programmheften seiner aufgeführten Werke.
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Nahezu alle auf dem Markt befindlichen Stücke, die für ihre Ansprüche und Möglichkeiten in Frage kamen, hatte sie bereits gespielt. Wiederholungen kamen nicht in Frage. So setzte sich der Regisseur kurzerhand an den Computer und schrieb sein erstes eigenes plattdeutsches Theaterstück.

Zuschauer sollen Spaß haben

Was aus der Not geboren wurde, hat der 71-jährige ehemalige Lehrer zu einer Tugend gemacht. Anfang Januar kommt sein 20. Theaterstück zur Aufführung. Dabei ist sich der Autor Schwartze treu geblieben. Ideenreiche, oft turbulente Geschichten sind sein Markenzeichen. Dabei schaut er den Münsterländern aufs „Maul“ und setzt bewusst Klischees und Vorurteile ein, die sich durch gewollte Überspitzung selbst entlarven. Spaß will er den Zuschauern bereiten. „Sie sollen genauso viel Spaß haben wie ich beim Schreiben“, verrät der gebürtige Grevener. Und den Spaß lässt sich der Autor nicht nehmen.

Ungewöhnliche Stücke

Seine Stücke sind ungewöhnlich, genau wie der Mann, der sie verfasst. Von planvollem Arbeiten hält er nicht viel. Schwartze setzt auf Spontanität und kreatives Chaos. „Schreiben ist für mich in etwa wie ein Buch lesen. Wenn ich Seite sechs schreibe, bin ich neugierig, was auf der folgenden Seite passieren wird“, erzählt er im heimischen Wohnzimmer, wo er seine Stücke verfasst. „Meistens nachts, denn da könnte immer noch ein Western im Fernsehen kommen, den ich noch nicht gesehen habe.“

Ideen kommen beim Fernsehen

Die Ruhe in seinem Arbeitszimmer findet Schwartze unerträglich. „Früher haben die Kinder um mich herum gespielt, jetzt läuft der Fernseher. So kann ich am besten arbeiten, auch wenn sich der ein oder andere über meinen Arbeitsstil wundert. So ist das nun mal.“ Dabei lässt er Figuren entstehen, die sich an historischen Originalen orientieren, gibt ihnen jedoch den Freiraum, sich eigenständig zu entwickeln. Wortwitz und Komik sind für ihn ein wichtiger Bestandteil eines plattdeutschen Lustspiels. „Dönekes“ und seichter Klamauk haben da keinen Platz. Sprachlich geht es auf der Bühne deftig zu, ohne jedoch ins Ordinäre abzurutschen. Dafür ist Hans Schwartze bekannt und dafür wird er von seinem Publikum geschätzt.

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