Jecken reißen die Macht an sich
Bild: Wille
Seit Donnerstag haben in Ennigerloh die Narren das Sagen. Das wurde ausgelassen gefeiert - auch von den Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung.
Bild: Wille

Prinz Bene I. Krimphove konnte gemeinsam mit seinen beiden Adjutanten den Code knacken und hat ab sofort das Sagen in der Drubbelstadt. Die Schlüsselgewalt an sich zu reißen, war für den Stadtprinzen und sein närrisches Gefolge nicht ganz leicht. Der Bürgermeister alias Berthold Duck wollte seine Macht über die Stadt und deren – wenn auch eher spärliches – Vermögen nicht hergeben. Er hatte etliche Panzerknacker um sich geschart. Sie stellten den Jecken ein kniffliges Rätsel. Für jede richtige Antwort gab es eine Zahl des Tresorcodes. Prinz Bene I. und seine Adjutanten Holger Sergel und Tobias Weitenberg meisterten diese Aufgabe mit links. Seine Tollität gab die Geheimnummer ein und öffnete das Schloss. „Da ist das Ding“, rief sein närrisches Gefolge. Bene I. streckte den Rathausschlüssel in die Höhe – und Berthold Lülf war entmachtet.

Kaum hatte das Stadtoberhaupt nichts mehr zu melden, half es den Narren beim Entfernen des Absperrbands und lud alle in den Ratssaal ein. Das gibt es wohl nur in der Fünften Jahreszeit: Im Saal sitzen nicht mehr die Kommunalpolitiker, die mit ernsten Mienen über heikle Themen debattieren. Nein, jetzt haben die Narren die Oberhand. Meerjungfrauen schunkeln mit Clowns, Steinzeitmenschen schwofen mit Zebras, und der Bürgermeister legt mit seinen Mitarbeiterinnen eine flotte Sohle aufs Parkett – so ausgelassen ist die Stimmung nur an Karneval.

Natürlich muss eine Machtübernahme angemessen gefeiert werden. Deshalb hatten die Narren auch ein Bühnenprogramm organisiert. Los ging es mit den „Kleinen Drubbelfunken“, die der närrischen Meute richtig einheizten. Zum Mitsingen animierten dann die Drubbelaner. Kaum griffen die drei Sänger zum Mikro, waren alle Jecken vom Tanzfieber infiziert, und eine Polonaise schlängelte sich durch den Ratssaal. Höllisch wurde es mit den „Großen Drubbelfunken“. Sie zeigten, dass Gardetanz und das Lied „Highway to Hell“ durchaus zusammenpassen. Viel Applaus erntete auch die Tanzgruppe „Infinity“ mit ihrer Darbietung. Prinz Bene I. Krimphove nutzte die Gunst der Stunde und stimmte sein eigenes Karnevalslied an. So schön kann es sein, wenn man im Ratssaal der Drubbelstadt das Sagen hat.

SOCIAL BOOKMARKS