Katzen verschwinden ohne jede Spur
Bild: Helmers
Aus großer Tierliebe heraus kümmert sich die Ennigeranerin Sonja Gerhardt um viele Katzen. Jetzt macht sie sich Sorgen um ihre Schützlinge. Das Bild zeigt sie mit Rosi (vorne) und Siggi.
Bild: Helmers

„Im September 2013 liefen beide gleichzeitig zur Tür raus, danach habe ich sie nicht mehr gesehen.“ Mittlerweile kommt ihr das mehr als nur komisch vor. Vor Jahren schon sei eine ihrer Katzen vergiftet worden, eine weitere angeschossen. Und von den Verschwundenen fehlt bis heute jede Spur. „Dass eine Katze nicht wieder auftaucht, kann passieren. Aber drei, so kurz nacheinander?“

Sie suchte ihre Tiere und hängte Plakate mit Fotos auf. „Die Katzen sind tätowiert, sie sind uns also eindeutig zuzuordnen“, erklärt Sonja Gerhardt. Vor allem ihr Sohn Max (10) leide sehr unter dem Verschwinden der Tiere. Jetzt wandte sich seine Mutter an die Polizei. „Die Beamten vermuteten, dass möglicherweise Jäger oder Nachbarn etwas mit dem Verschwinden zu tun hätten.“

Er schieße nicht auf Katzen, betont Uli Bornemann im „Glocke“-Gespräch. Er hat die Jagdaufsicht in dem Revier, das sich mehrere Jäger teilen und das direkt an die Ortschaft angrenzt. „Wir dürften es, wenn sich die Tiere mehr als 200 Meter vom letzten Gebäude entfernt aufhielten“, sagt Bornemann. Aber kaum einer wolle von diesem Recht Gebrauch machen. „Es heißt oft, wir bösen Jäger schießen auf Katzen. Manchmal werden die Tiere von einem Luftgewehr angeschossen – das kann jeder besitzen. Ich kenne keinen Jäger, der mit einem Luftgewehr in den Wald geht.“ Füchse seien eine Bedrohung für Katzen. „Im Fuchsbau finden wir manchmal Überreste von Katzen.“

Sonja Gerhardt glaubt, dass es nicht die Jäger waren. Auch ihren Nachbarn traut sie nicht zu, dass sie den Tieren etwas antun. Trotzdem macht sich die Ennigeranerin Sorgen um die sieben weiteren Katzen, die bei ihr leben. „Ich laufe nicht rum und sammele sie. Ich kann nur nicht Nein sagen.“ Unter anderem deshalb päppelte sie im vergangenen Jahr einen Wurf auf. Die Kleinen stammten von einem Muttertier, dessen Besitzer weggezogen waren, ohne es mitzunehmen. „Die Tiere können nichts dafür. Ihre Besitzer schon, weil sie sie nicht kastriert haben.“ Ihre Katzen seien kastriert. Einsperren könne sie sie aber nicht. „Wir leben sehr ländlich. Aber wenn unsere Katzen jemanden stören, soll derjenige sich bitte lieber melden – auch anonym.“

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