Klinik-Therapeut auf vier Pfoten
Bild: Helmers
Der Golden Retriever Louis unterstützt die Therapie von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen. Das Bild zeigt ihn mit Hundetrainer Alfons Altefrohne aus Lette und Besitzerin Lisa Kleigrewe aus Ostenfelde.
Bild: Helmers

Der zweijährige Golden Retriever ist ein Therapiehund. Er unterstützt seine Besitzerin Lisa Kleigrewe aus Ostenfelde bei ihrer Arbeit in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die 24-Jährige und Louis sind ein Therapiehunde-Team. Die Ausbildung dazu haben sie im Februar abgeschlossen. Ihren Teampartner auf vier Pfoten nimmt die Ostenfelderin jetzt mit in die Klinik Walstedde, wo sie als Heilerziehungspflegerin arbeitet.

Louis lässt sich viel gefallen

Der gutmütige Rüde hilft den jungen Patienten dabei, offener zu werden und Ängste abzubauen. Bereits bevor Lisa Kleigrewe ihren Louis bekam, war ihr klar, dass sie ihn auch als Arbeitskollegen wollte. Louis eignet sich dafür besonders gut, weiß Hundetrainer Alfons Altefrohne aus Lette. „Er lässt sich viel gefallen“, beschreibt er das Wesen des Rüden. „Man kann ihn anfassen und bedrängen, ohne dass er ein Abwehrverhalten zeigt.“ Die Therapiehunde-Prüfung fand in Nottuln statt, doch  der Hundetrainer aus Lette hat Mensch und Hund bei der Vorbereitung unterstützt.

Patienten bauen Selbstvertrauen auf

„Ängste und Zwänge können unsere Patienten durch Louis leichter abbauen“, erklärt Lisa Kleigrewe. Mit dem Hund an ihrer Seite könnten die Kinder und Jugendlichen unter anderem lernen, sich zu entspannen, ihr Durchsetzungsvermögen zu trainieren, sich in Geduld zu üben und Selbstvertrauen aufzubauen. Die Heilerziehungspflegerin überlegt sich Aufgaben, die die Kinder mit dem Hund lösen müssen, wie Apportierspiele oder einen Lauf durch einen Parcours.

Memory-Spiel mit Hundefotos zum Kennenlernen

„Viele unserer Patienten können nicht mit Kritik umgehen“, sagt sie. „Wenn ich ihnen aber Tipps für den Umgang mit dem Hund gebe, nehmen sie sie gerne an.“ Vor dem ersten Treffen mit dem Rüden brechen selbst gestaltete Memory-Kärtchen das Eis. Sie zeigen Fotos von Louis, er ist unter anderem als Welpe zu sehen. „So können die Patienten den Hund vorsichtig kennenlernen.“

Hund muss zwischendurch auftanken

Die 24-Jährige achtet darauf, dass Louis nur ein- bis zweimal pro Woche mit in die Klinik kommt. „Das ist wichtig“, betont Hundetrainer Alfons Altefrohne. „Für den Hund ist es auch anstrengend. Aber so kann er zwischendurch wieder auftanken.“

Bindung zwischen Mensch und Tier ist wichtig

Die Ausbildung zum Therapiehunde-Team haben Lisa Kleigrewe aus Ostenfelde und ihr Hund Louis in zehn Monaten absolviert. Der zweijährige Rüde lernte Kommandos, die bei der Arbeit mit Patienten hilfreich sind. Geprüft wurde auch, ob der Hund in belastenden Situationen Aggressionen zeigt. Das Wichtigste aber sei die Bindung zwischen Mensch und Tier, betont Hundetrainer Alfons Altefrohne aus Lette. „Man muss mit seinem Hund ein Team bilden“, sagt er. „Dafür muss man viel miteinander arbeiten, aber nicht mit Zwang, sondern mit positiver Bestärkung.“

Beschäftigte Hunde sind zufrieden

Die Bindung steht auch bei Lisa Kleigrewe und ihrem Louis an erster Stelle. „Bei der Arbeit sucht er oft den Blickkontakt zu mir“, sagt sie. „Er will wissen, was er als nächstes tun soll, und sucht meine Bestätigung.“ Für den Hund sei es gut, wenn er eine Aufgabe habe, sagt Alfons Altefrohne. „Beschäftigte Tiere sind ausgeglichen und zufrieden.“

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