Mit frecher Lyrik den Sieg geholt
Bild: Wille
Stolze Gewinnerin des 14. Ennigerloher Dichtungsrings: Elisabeth Kuhs (l.) aus Ratingen präsentierte in der Alten Brennerei in Ennigerloh freche und satirische Lyrik – und holte sich damit den Sieg. Edith Barth (r.) überreichte ihr die Trophäe.
Bild: Wille

 Die Wortakrobaten zeigten, wozu Lyrik in der Lage ist, und bewiesen damit, dass ihre Poesie alles andere als eingestaubt daherkommt. 

Elisabeth Kuhs gewinnt Trophäe

„Ich fange gleich mal heftig an, dann wissen Sie, was auf Sie zukommt.“ Mit diesen Worten eröffnete die promovierte Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Kuhs aus Ratingen ihren Auftritt. Gleich nach dem Vortrag ihres ersten Gedichts, bei dem sie von der Trennung ihres Mannes erzählte, hatte sie das Publikum auf ihrer Seite. „Mein Mann hat mich verlassen, doch eh sich Mitleid regt: Ihr braucht ihn nicht zu hassen: Ich hab ihn umgelegt.“ Sie präsentierte ein buntes Potpourri ihrer lyrischen Kunst. Mal kurz und knackig, mal länger und nachdenklich, mal satirisch oder komisch – die Gäste in der Alten Brennerei waren begeistert. Da wunderte es kaum, dass sie nach der Auszählung der Dichtungsringe als Siegerin des Wettbewerbs hervorging. Die Siegestrophäe, die der Ennigerloher Goldschmied Hermann Lütke erneut gespendet hatte, gefiel ihr besonders gut. „Die kommt auf meinen Nachttisch“, sagte sie.

Peter P. Neuhaus holt sich Platz 2

Dass er wieder einen Platz auf dem Siegertreppchen bekommen könnte, war wohl vielen klar, die im vergangenen Jahr beim Dichtungsring zu Gast waren: Peter P. Neuhaus, Gewinner von 2015, reimte sich erneut in die Herzen der Zuhörer und ergatterte sich so den zweiten Platz. „Die Eine, die mit zartem Hauch stupst, dass ich aus den Schuhen kippe und fiebersüß in Trance eintauch nach sanftem Kuss von ihrer Lippe. Ich wollte sie – ich krieg sie auch, die letzte Sommergrippe.“ Wortgewandt und witzig – der Lyriker aus Menden erntete für seine Werke langanhaltenden Applaus.

Herbert Reichelt auf Platz 3

Mutig war Herbert Reichelt aus Wachtberg. „Ich bin der Erste, der versucht, die Gürtellinie nach unten zu überschreiten.“ Dass er ein Schamhaar zum Protagonisten seines Gedichts machte, und sich sogar traute, das Schmähgedicht Jan Böhmermanns über den türkischen Präsidenten Recep Tipi Erdogan aufzugreifen, gefiel nicht jedem. Aber mit seinen frechen Versen konnte er so viele Gäste in der Alten Brennerei begeistern, dass er den dritten Platz belegte.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Montagsausgabe der „Glocke“ auf der Ennigerloher Lokalseite.

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