Satire überzeugt bei Dichtungsring
Bild: Helmers
Auf dem Siegertreppchen beim 13. Ennigerloher Dichtungsring standen (v. l.) Herbert Reichelt (3. Platz), Peter P. Neuhaus (1. Platz) und Edmund Ruhenstroth (2. Platz).
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 In seinem Gedicht mit dem Titel „Dschihadismus für alle“ brach er einen Stab für die Glaubenskrieger, und im „Abendessen mit zwei Halunken“ erzählte der Mendener von einem lockeren Tischgespräch mit dem Heiland und dem Tod. „Heiland ist nicht irgendwer. Haben wir noch Camembert?“

Ernste Themen, von denen er sich nicht abschrecken ließ. Das Publikum genoss seine satirischen Verse und belohnte ihn mit der Dichtungsring-Trophäe. Bereits vor seinem Vortrag hatte er für Lacher gesorgt, durch seinen Lebenslauf im Telegrammstil, vorgetragen von Moderator Klaus Höfer. Dort hatte Peter P. Neuhaus nicht nur seine Zeit als Grafikdesigner aufgezählt, sondern selbstironisch auch Zwischenspiele als „Zeitungsmonteursaushilfshelfer“ und „Metzgereiaushilfsfahrergehilfe“.

Der Zweitplatzierte Edmund Ruhenstroth begeisterte die Zuschauer beim lyrischen Wettstreit in der Alten Brennerei mit seinem Gedicht „Das Loch im Zaun“. „Wir verfolgen alles ganz genau in dieser Bauzaun-Tagesschau. Und darum ist die Bretterwand als Rentnerkino auch bekannt“, sagte der für seine Gedichte mehrfach ausgezeichnete Gütersloher, der 2013 auch den Ennigerloher Dichtungsring in den Händen hielt. „Man tauscht sich aus und diskutiert, was in der Nachbarschaft passiert. Wie geht’s der Gattin und den Kindern, wie kann ich meinen Fußpilz lindern. Wie hältst Du’s mit der Müllvermeidung, der neue Nachbar lebt in Scheidung. Der alte Plümer war verletzt, und morgen wird er beigesetzt.“

Er suche täglich „schon am Morgen nach neuen und gebrauchten Sorgen“, verriet Herbert Reichelt aus Wachtberg, der den dritten Platz belegte. „Neue sind ein wahrer Kick, doch auch gebrauchte find’ ich schick.“ Wenn die Sonne scheint, befürchte er Regen, wenn es nicht regne, eine schreckliche Dürre. „Jetzt kommen mir ganz andere Sorgen. Könnte ich vielleicht schon morgen völlig sorgenfrei erwachen? Ach, so ein Blödsinn, echt zum Lachen.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der „Glocke“- Ausgabe am Montag, 23. März 2015.

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