Traditionsunternehmen Bockey ist insolvent

Das Amtsgericht Münster hat über das Vermögen der Bockey GmbH, ehemaliges Sägewerk und jetzige Bauschreinerei in Enniger, das Insolvenzverfahren eröffnet.

Die Bockey GmbH, die zuletzt in vierter Generation von Firmeninhaber Hermann Bockey geleitet wurde, stellte vor allem Gartenmöbel, Spielgeräte, Tore und Außenanlagen aus heimischen Hölzern und Tropenhölzern her. Bereits im August 2015 hatte die Bockey GmbH selbst den Insolvenzantrag gestellt.

Geschäftsführer Hermann Bockey und Insolvenzverwalter Dr. Fohrmann erklärten gegenüber der „Glocke“, dass es zwei Gründe dafür gebe. Zum einen habe die Firma über Jahrzehnte mit Schulden, die sie von vorherigen Inhabern übernommen habe, zu kämpfen gehabt, erklärte Hermann Bockey. Anfang der 1980er-Jahre hatte er die alleinige Geschäftsführung übernommen. Zuvor hatte er gemeinsam mit seiner Mutter das Geschäft seines Vaters Josef fortgeführt.

Zum anderen seien auch eine schwierige Auftragslage bei gleichzeitigen Lohnrückstandszahlungen ausschlaggebend für die Insolvenz gewesen, machte Dr. Fohrmann deutlich. „Eine Betriebsfortführung ist nicht mehr möglich gewesen. Den zuletzt fünf angestellten Mitarbeitern ist bereits im Herbst gekündigt worden.“ Sie hätten schon neue Anstellungen gefunden, sagte der Insolvenzverwalter.

Mit der Bockey GmbH verliert die Stadt Ennigerloh ein Traditionsunternehmen: Das ehemalige Sägewerk wurde von Firmengründer Caspar Bockey 1886 gegründet. Das Sägewerk wurde 1976 geschlossen, und der Betrieb wandelte sich zu einer Bauschreinerei mit dem Schwerpunkt Maßarbeit für den Garten. Es wurden die ersten Spielgeräte für den öffentlichen Bereich gebaut. Der Bau von Spielanlagen entwickelte sich zu einem Schwerpunkt der Produktion. 2011 hatte die Firma ihr 125-jähriges Bestehen feiern können. Der ehemalige Geschäftsführer der Bockey GmbH, Hermann Bockey, der als Sachverständiger für Spielgeräte weiterarbeiten möchte, ist zurzeit im Rahmen seiner Möglichkeiten als Alleinunternehmer tätig.

SOCIAL BOOKMARKS