Bühne frei: Da qualmt das Holzblasinstrument
Hardrock auf Blockflöte: Brieden und Waschk zogen alle Register und brachten das Publikum zum Toben.

Den Auftakt zum bunten und zumeist musikalischen Programm machten die beiden Waldorfschüler Clemens Poschmann (13) und Moritz Sissingh (12) mit ihren auswendig (!) gespielten Klavierstücken. Mit „Mad world“, „Yesterday“, der Filmmusik aus „Die fabelhafte Welt der Amelie“ oder „Prima Vera“, „Rivers flowing“ und dem „Earth Song“ präsentierten sie ihr Können, das sie sich in zwei- beziehungsweise dreieinhalb Jahren angeeignet hatten. Der Beifall war ihnen sicher.

Gestern am Baggerloch

Ein „alter Hase“ bei „Bühne frei“ ist Jürgen Jasper. Diesmal kam er zunächst mit einem kurzen Gedicht über die Nöte bei einer Dienstfahrt mit dem Auto nach zu viel Kaffeegenuss, mit Liebesliedern, die er auf seinem „australischen Straußeneischneider“ begleitete und mit der lange verschollenen deutschen Version des Beatles-Songs „Yesterday“: „Gestern noch lag ich mit dir am Baggerloch“. Dass man dann Lieder über die seeuntüchtigen Erlebnisse auf und in einem Wasserbett und die alte Fernsehsendung „Heiteres Beruferaten“ mit Robert Lembke hören konnte, rundete seinen Auftritt ab. Jasper kehrt im November nach Everswinkel zurück, dann zusammen mit der Gruppe Voiceboxx. Der bekannte Verseschmied Dieter Lohmann war kurzfristig eingesprungen, weil der angekündigte Straßenmusiker Dimi ebenso kurzfristig erkrankt war und seinen Auftritt abgesagt hatte. Gleichwohl war Dieter Lohmann beileibe kein Lückenbüßer, eroberte er sich die Herzen des Publikums mit einem „E-vers-winkel“-Gedicht, in dem auch „Al-vers-kirchen“ und die Bauerschaft „Vers-mar“ vorkamen. Begeistert waren die Zuhörer auch vom Gedicht über „Donald T.“. Nicht fehlen durften die lustigen Reime über das „Kuchenbuffet“ und den „Zahnarztbesuch“ sowie über die Entstehung des Westfalen.

Blockflöten-Rock

Mit „Brieden und Waschk“ hatten sich zwei Komödianten der Extraklasse für „Bühne frei“ gemeldet. Die beiden Multitalente, die jeweils mehrere Instrumente beherrschen, hatten das Publikum schnell im Griff und stellten mit viel Humor und Esprit unter Beweis, dass sie den Gummersbacher Comedy-Preis, den Lüneburger Comedy-Pokal zu Recht eingeheimst haben und Finalteilnehmer um den Kabarettpreis „Goldener Rottweiler“ waren. Die beiden outeten sich als Lehrer und präsentierten die unterschiedlichen Tonfolgen des Pausengongs vom Gymnasium über die Hauptschule bis hin zur Waldorfschule. Die internationalen Interpretationen des Kinderliedes „Hänschen klein“, das das Publikum mitsang, zeigten das unterschiedliche Temperament in den USA, in China, Russland, Südafrika, Spanien und Italien, wo das „Speisekartensingen“ beliebt ist. Einer der Höhepunkte des Comedy-Auftritts war der Hardrock auf Blockflöte: „Smoke on the water“ auf den Holzblasinstrumenten hätte auch „Deep Purple“ blass aussehen lassen.

SOCIAL BOOKMARKS