Rat gibt grünes Licht für Arkadenbau
Die Fraktionen von CDU, FDP und Grünen favorisieren eine der Hauptstraße zugewandte Arkadenbauweise mehrerer Baukörper.

Drei Investoren hatten sich beworben, die von der Gemeinde angekauften Grundstücke 48 bis 54 zu bebauen. Die bestehenden Immobilien könnten dadurch der Abrissbirne zum Opfer fallen. Die Gemeindeverwaltung wird durch das Votum aufgefordert, Verhandlungen zu führen und die ausgehandelten Verträge vor Unterzeichnung vorzulegen.

Handlungsauftrag

Die Fraktionen von CDU, FDP und Grünen favorisieren eine der Hauptstraße zugewandten Arkadenbauweise mehrerer Baukörper. Die sieht Geschäftslokale in den Erdgeschossen vor. Maximal 35 Wohnungen mit Wohnflächen bis 75 Quadratmetern könnten im hinteren Bereich entstehen, deren Bewohner ihre Fahrzeuge in einer Tiefgarage abstellen. Vier Mitglieder der SPD lehnten alle drei Planvarianten ab, ein Genosse enthielt sich der Stimme. „Wir erkennen kein Konzept, das die Hauptstraße formen könnte“, sagte SPD-Fraktionschef Peter Eisel. Auch dieses Vorhaben sei eine Einzelentscheidung. Ein vor fünf Jahren begonnenes Planspiel „Ostbevern Ortsmitte“ läge dagegen auf Eis. Das sah Hubertus Hermanns erwartungsgemäß anders. Es gebe Handlungsaufträge und -konzepte, die vorangetrieben werden sollten, sagte der Christdemokrat. „Wir wollen jetzt endlich damit beginnen“, sagte der CDU-Fraktionschef. Die Befürchtung, dass auf dem Areal wie von der SPD geäußert „Prinzipalmarkt-ähnliche Preise“ von Mietern verlangt würden, teilten FDP und CDU nicht. Einig waren sich die zustimmenden Fraktionen dahingehend, dass die Kommune wasserdichte Verträge vorlegen müsse, die Leerstände generell ausschließen. „Was an anderer Stelle im Ort passiert ist, das darf nicht noch einmal passieren“, sagte Hubertus Hermanns mit Blick auf die Kirchner-Bauten.

Ärztehaus sucht Standort

Der Beratung ging eine Diskussion über das Verfahren voraus. Bürgermeister Wolfgang Annen hatte sowohl bei der Bürger-Informationsveranstaltung als auch bei Nachfragen der Ratsfraktionen die Anonymität der drei Investoren und Planer bewahrt. Annen wollte damit „Chancengleichheit für alle“ bewahren – bis zur Abstimmung des Rats. Die SPD sah das Informationsrecht der Bürgervertreter damit verletzt. Nicht zum Zug kam am Donnerstagabend das vorgestellte Konzept, das die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts mit einer Verkaufsfläche von 900 Quadratmetern vorsieht, in dessen erster Etage drei Wohnungen entstehen sollten.

Interesse, an anderer Stelle im Ort sein Vorhaben zu realisieren, hat der Investor signalisiert, der ein Ärztehaus auf den Grundstücken Hauptstraße 48-54 errichten wollte. „Der guckt sich nach einem anderen Grundstück um, sollte er hier nicht zum Zuge kommt“, berichtete Annen nach der Abstimmung. Außer der Errichtung eines medizinischen Fachzentrums sah der Plan ein Café und betreutes Wohnen vor.

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