Verliebt, aber verheiratet
Christine Schniedermann hat in München und in Everswinkel an ihrem neuen Münsterlandroman gearbeitet. Entstanden ist eine Liebesgeschichte, die im münsterschen Kreuzviertel spielt.

„Verliebt, aber verheiratet“ ist der Titel des Buchs. Es erzählt die Geschichte der Dreifach-Mutter Marlene, die sich um ihre Kinder, den Haushalt und ihren Teilzeit-Job kümmern muss und merkt, dass sie sich eigentlich allein fühlt – bis sie den Wahl-New Yorker Nick trifft. Das gibt ihrem Leben eine schicksalhafte Wendung.

Diesmal sei ihr Roman tatsächlich einfach eine Liebesgeschichte, sagt Schniedermann, die unter dem Pseudonym Lene Steening schreibt. Im Januar 2016 war ihr erster Münsterlandroman „In der Entfernung liegt die Wahrheit“ erschienen – eine Liebes- und Familiengeschichte („Die Glocke“ berichtete). Nun legt die Autorin nach. Gut ein Jahr lang hat sie an dem neuen Roman gearbeitet. Angefangen hat alles mit einer Kladde und ihrem Notizbuch, das sie immer dabei hat.

Anfangs hat sich Schniedermann Notizen gemacht. „Die Zeitverschiebung nach Südkorea, wo Marlenes Mann auf Dienstreise ist, habe ich mir zum Beispiel darin notiert“, sagt sie. Und auch sonstige Eindrücke und Ideen, die sie unterwegs gesammelt hat. Später fing sie an, erste Szenen zu schreiben. Insgesamt 60 Seiten hat die Autorin handschriftlich gefüllt, bevor sie begonnen hat, die einzelnen Kapitel am Laptop zu tippen. Manche Details haben sich im Laufe der Arbeit nochmal geändert. Vor allem die ersten Kapitel hat sie häufig umgeschrieben – das war auch bei ihrem ersten Buch bereits so.

Dieses Mal ist auch der Plan für das Ende des Romans während des Schreibens ein anderer geworden. „In der Mitte des Buchs habe ich gemerkt, dass mir das Ende nicht gefällt, wie ich es geplant hatte“, sagt sie. Doch jetzt ist Schniedermann zufrieden. Auch wenn sie zwischendurch eine kleine Schreibkrise durchmachen musste: „Ich dachte: ‚Oh Gott, das kriegst du nie zu Ende und die Figuren sind auch total doof.’“ Schniedermann hat dann einige Tage Pause eingelegt und anschließend weitergeschrieben. Einigen Figuren hat sie neue Namen gegeben, wenn sie gemerkt hat, dass Name und Charakter nicht mehr zusammen passen.

Seit ihrem ersten Roman hat Schniedermann einiges dazu gelernt. „Es ging tatsächlich bei diesem Buch alles ein bisschen schneller“, sagt sie. Sie habe inzwischen ein Gefühl dafür entwickelt, wann etwa eine Szene zu Ende sei. Der Schreibstil dieses Romans war jedoch ganz neu für sie, denn bei ihrem ersten Roman wechselte Schniedermann ständig die Perspektiven. Diesmal erzählt sie die gesamte Geschichte aus der Sicht ihrer Protagonistin. Und auch die Herangehensweise war beim zweiten Roman etwas anders: „Ich habe mindestens einmal die Woche im Café geschrieben“, sagt Schniedermann – und zwar sowohl in München als auch in Everswinkel. Dort könne sie sich besser konzentrieren als Zuhause und sammle gleichzeitig Themenideen. So hat Schniedermann etwa die Art, wie eine der Figuren ihre Brille auf die Nase schiebt, bei einem Gast im Café beobachtet. An anderer Stelle in ihrem Roman taucht ein Herzchen auf dem Milchschaum ihres Cappuccinos auf, den sie im Café Diepenbrock in Everswinkel getrunken hat.

Am meisten Spaß gemacht hat es ihr, über Isa zu schreiben, eine von Marlenes Freundinnen. „Die poltert die Dinge manchmal einfach so heraus“, erzählt sie von ihrer Lieblingsfigur. Als Setting für ihren Roman hat die Autorin sich das münstersche Kreuzviertel ausgesucht. „Ich mag das Viertel“, sagt sie. Um sich wirklich vorzustellen, wie und wo ihre Protagonistin Marlene wohnen könnte, hat sie sich einen Straßenzug genauer angeschaut. „Ich habe dort ein Haus gesehen und dachte, das passt“, sagt sie. Dass der charmante Nick aus New York kommt, passe auch, findet Schniedermann. Sie war selbst schon häufig dort und hat mal ein Praktikum in New York absolviert. „Ich wollte zeigen, dass das Märchen auch so rum funktionieren kann: Der Mann aus der Metropole lernt im Münsterland seine Traumfrau kennen“, sagt sie.

Eine Idee für einen dritten Roman hat sie auch schon im Kopf. „Ich sehe die Frau schon vor mir“, sagt sie. „Ich weiß nur noch nicht, wo ich die Geschichte stattfinden lassen soll.“ Doch schreiben möchte sie auf jeden Fall schnell wieder.

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